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Filmfestspiele von Venedig: 25 Minuten Standing Ovations für Gaza-Doku »NAZA«
Filmemacher Szor und Abraham in Venedig: Ernst und ruhig
Die Dokumentation »NAZA« hat nach ihrer Weltpremiere bei den Filmfestspielen von Venedig 25-minütige Standing Ovations erhalten. Wie der Branchendienst »Deadline« berichtet , handelt es sich dabei um einen Rekord in Bezug auf die großen Filmfestivals – und um die längsten Standing Ovations beim diesjährigen Festival in Venedig. Im vergangenen Jahr bekam dort »The Voice of Hind Rajab« über den Tod eines fünfjährigen Mädchens in Gaza 24 Minuten Applaus.
Videos zeigen, wie die beiden israelischen Regisseure des Films, Yuval Abraham und Rachel Szor, während des Beifalls ernst und ruhig blieben. Beide arbeiteten schon beim Film »No Other Land« zusammen, der 2025 mit dem Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet wurde.
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Zu den Filmemachern gesellte sich unter anderem Jonathan Glazer, Executive Producer des vom britischen »Guardian« coproduzierten »NAZA« und selbst namhafter Regisseur (»The Zone of Interest« mit Sandra Hüller, »Under the Skin« mit Scarlett Johansson). Im Saal waren auch Palästinaflaggen zu sehen, so »Deadline«.
Abraham und Szor beleuchten in »NAZA« mutmaßliche Mechanismen hinter den israelischen Luftangriffen im Gazastreifen. Die Filmemacher zeigen in der Dokumentation anonymisierte Interviews mit 24 israelischen Geheimdienstmitarbeitern, die detaillierte Einblicke in ihre Operationen geben. Diese wurden nachts auf den Dächern von Tel Aviv befragt.
Der Filmtitel »NAZA« fußt demnach auf einem internen Code des israelischen Geheimdienstes. Der Begriff steht als militärisches Kürzel für die Anzahl von Zivilisten, die bei einem Angriff sterben. Israel betont immer wieder, seine Angriffe im Gazastreifen zielten nur auf Mitglieder von Terrororganisationen, und man bemühe sich, zivile Opfer zu vermeiden. Die im Film interviewten Offiziere sagen, zivile Opfer seien stets in Kauf genommen worden.
»NAZA« soll am 1. Oktober in die deutschen Kinos kommen. Er konkurriert derzeit mit 20 anderen Filmen um den Hauptpreis des Festivals in Venedig, den Goldenen Löwen.
Mit »No Other Land« gewannen Abraham, Szor und weitere Filmemacher bei der Berlinale vor zwei Jahren den Dokumentarfilmpreis. Darin geht es um die Räumung palästinensischer Dörfer im Westjordanland. Bei der Verleihung in Berlin gab es Tumult um Antisemitismusvorwürfe und Wirbel um Äußerungen der Preisträger.