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Bungie-Entlassungen: Sony feuert fast 300 Entwickler am Hauptsitz – Studioleitung ausgetauscht
Eine offizielle WARN-Meldung offenbart das ganze Ausmaß der dritten Kündigungswelle. Neben einem Großteil des Destiny-2-Teams könnte auch Mitgründer Jason Jones betroffen sein.
Die gestern bestätigten Entlassungen beim Studio Bungie betreffen fast 300 Angestellte am Hauptsitz in Bellevue (Washington), wie aus offiziellen Unterlagen hervorgeht.
Eine sogenannte WARN-Meldung (Worker Adjustment and Retraining Notification), die Sony beim Washington State Employment Security Department eingereicht hat, verrät uns, dass hier 292 Angestellte entlassen wurden (via Game File).
Als offizielles Datum für das Ausscheiden ist der 9. Juli festgesetzt. Gleichzeitig ist zu bedenken, dass diese Zahl keine Bungie-Mitarbeiter außerhalb des Bundesstaates Washington berücksichtigt. Wie viele Angestellte nach den Kürzungen noch verbleiben, ist unklar. Berichten zufolge zählte das Studio im Jahr 2024 noch rund 850 Teammitglieder.
Es ist ein weiterer schwerer Schlag für Bungie und die dritte Entlassungswelle in den vergangenen drei Jahren. Früher arbeiteten mehr als 1.000 Beschäftigte in den Bungie-Büros in Bellevue, heute ist diese Zahl deutlich geschrumpft.
Hermen Hulst, CEO der Studio Business Group bei Sony Interactive Entertainment, äußerte sich gestern nur vage zu den Entlassungen. Er sprach lediglich davon, dass eine "erhebliche" Anzahl von Mitarbeitern betroffen sei, was "den Großteil des Destiny-Teams und einige Mitglieder des Marathon-Teams" umfasse.
Die Entscheidung sei "notwendig, um die Ressourcen des Studios an seine aktuellen Prioritäten und langfristigen Ziele anzupassen". Zuletzt hatte Bungie den Support von Destiny 2 mit einem letzten Inhaltsupdate eingestellt. Während die Server von Destiny 2 online bleiben, konzentrieren sich die Macher nun voll auf den Shooter Marathon und planen wohl neue Projekte für die Zukunft.
Als Sony das Studio Bungie im Jahr 2022 für rund 3,6 Milliarden US-Dollar kaufte, wurde dem Destiny-Entwickler noch weitreichende operative Unabhängigkeit zugesichert. Nach mehrfach verpassten internen Umsatzzielen hat der PlayStation-Mutterkonzern die Kontrolle über das strauchelnde Studio mittlerweile jedoch fest an sich gerissen.
Der Mitteilung zufolge sind Positionen aus allen Abteilungen betroffen, darunter Artists und Technical Animators, Audio Leads und Sound Designer, Engineers, Producer und Systems Designer sowie integrierte Support-Teams von Sony, die die tägliche Infrastruktur von Bungie verwalten.
Etliche ehemalige Bungie-Mitarbeiter bestätigten in den sozialen Medien, dass sie von den Kündigungen betroffen sind. Bloomberg-Reporter Jason Schreier teilt mit, dass Bungie-Studioleiter Justin Truman, der letztes Jahr die Nachfolge von Pete Parsons angetreten hatte, zurückgetreten sei. Laut Forbes-Reporter Paul Tassi hat offenbar der ehemalige Bungie-VP of Operations, Poria Torkan, die Leitung des Studios übernommen.