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Nach Concord, Absagen und Studioschließungen: Sony hält an Live-Service-Spielen fest
PlayStation-Chef Hideaki Nishino hält trotz Rückschlägen an weiteren Live-Service-Spielen für PS5 und PC fest. Mit Marvel Tōkon erscheint im August bereits der nächste Titel.
Concord verschwand nach nicht einmal zwei Wochen vom Markt, mehrere unangekündigte Multiplayer-Projekte wurden eingestellt und Bluepoint Games musste nach der Arbeit an einem abgesagten Live-Service-Spiel im God-of-War-Universum schließlich ganz schließen. Sony hat seine ursprüngliche Offensive deutlich zusammengestrichen. Aufgegeben hat der Konzern sie trotzdem nicht.
Bluepoint Games machte sich als Meister technischer Remakes (Demon's Souls, Shadow of the Colossus) einen legendären Namen und wurde 2021 von Sony gekauft. Dass dieses prestigeträchtige Studio nun an einem Live-Service-Projekt zerbrochen ist, markiert einen bitteren Tiefpunkt.
Im Gespräch mit der japanischen Famitsu erklärte Hideaki Nishino, Präsident und CEO von Sony Interactive Entertainment, dass PlayStation weiterhin in Live-Service-Spiele investieren werde. Solche Titel könnten Spieler auf der ganzen Welt zusammenbringen. Sony wolle den Markt deshalb mit eigenen Produktionen und Spielen externer Partner weiter beleben.
Dabei geht es offenbar nicht allein darum, weitere Multiplayer-Spiele zu veröffentlichen. Sony prüfe auch, wie sich bereits erhältliche Titel mittel- und langfristig unterstützen lassen. Als Beispiel nannte Nishino eine Aktion zu Genshin Impact, bei der Käufer einer neuen PS5 zehn Prozent Rabatt auf die Spielwährung erhielten.
„Bei Live-Service-Spielen ist es wichtig, kontinuierlich etwas Neues anzubieten“, erklärte Nishino. Das Geschäftsmodell sei noch vergleichsweise jung und viele Entwickler würden unterschiedliche Ansätze ausprobieren. Sony wolle sich an diesen Experimenten weiterhin beteiligen.
Der Konzern kann dabei immerhin auf Helldivers 2 verweisen, das sich zum bislang größten Erfolg seiner Live-Service-Strategie entwickelte. Dem stehen jedoch Concord, das eingestellte The Last of Us Online sowie gecancelte Projekte von Bend Studio und Bluepoint Games gegenüber. Die Strategie ist damit geschrumpft, aber keineswegs verschwunden.
Hideaki Nishino übernahm 2024 gemeinsam mit Hermen Hulst die Führung von Sony Interactive Entertainment, nachdem Jim Ryan den Konzern verließ. Als CEO der Platform Business Group verantwortet er primär die Hardware- und Netzwerk-Strategie der PlayStation.
Als nächsten eigenen Live-Service-Titel nennt Nishino Marvel Tōkon: Fighting Souls. Das von Arc System Works entwickelte Prügelspiel erscheint am 6. August 2026 für PS5 und PC. Sony hofft laut Nishino, dass der Titel ein möglichst großes Publikum findet. Nach Concord wäre allerdings schon irgendein Publikum ein Fortschritt.
Auch bei künftigen Veröffentlichungen bleibt die bisherige Trennung bestehen: Single-Player-Titel der PlayStation Studios sollen vor allem den Wert der eigenen Konsole stärken. Online- und Live-Service-Spiele werden dagegen grundsätzlich für PS5 und PC entwickelt, weil sie auf eine möglichst große und dauerhaft aktive Spielerschaft angewiesen sind.