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Gängiges Antibiotikum ist mit erhöhtem Sterberisiko verbunden
Bewährtes Antibiotikum mit Fragezeichen: Eine große Metaanalyse randomisierter Studien findet für Cefepim eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine leicht erhöhte Sterblichkeit gegenüber anderen Beta-Lactam-Antibiotika. Der absolute Unterschied war klein, und unveröffentlichte Studiendaten schwächten das Signal ab. Die Autoren sehen deshalb keinen Grund, den Wirkstoff grundsätzlich zu meiden, fordern aber eine vorsichtigere Bewertung seiner Sicherheit.
Montréal (Kanada). Cefepim ist ein breit wirksames Cephalosporin und wird unter anderem bei schweren gramnegativen Infektionen sowie bei Fieber infolge eines ausgeprägten Mangels an neutrophilen Abwehrzellen eingesetzt. Schon länger gibt es jedoch Hinweise, dass die Behandlung mit einer höheren Sterblichkeit einhergehen könnte. Frühere Auswertungen kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen, sodass das mögliche Sicherheitssignal umstritten blieb.
Entscheidend ist deshalb, was die Gesamtheit der randomisierten Vergleichsstudien zeigt. Eine neue Auswertung bündelt nun sowohl veröffentlichte Studien als auch ältere, teilweise unveröffentlichte Daten. Dadurch lässt sich nicht nur das mögliche Risiko genauer abschätzen, sondern auch prüfen, wie stark die veröffentlichten Ergebnisse das Gesamtbild beeinflussen.
Forscher des Centre intégré universitaire de santé et de services sociaux de l’Est-de-l’Île-de-Montréal (CIUSSS-EMTL) um Zahra N. Sohani haben 110 randomisierte klinische Studien mit insgesamt 22.608 Patienten zusammengeführt. 11.726 Teilnehmer erhielten Cefepim, 10.882 ein anderes Beta-Lactam-Antibiotikum. Als Hauptendpunkt wertete das Team die Gesamtsterblichkeit nach 30 Tagen oder zum jeweils nächstliegenden verfügbaren Zeitpunkt aus.
Die Forscher nutzten dafür eine bayessche Metaanalyse. Dieses Verfahren erlaubt es, direkt abzuschätzen, wie wahrscheinlich ein erhöhtes Sterberisiko unter Cefepim auf Basis der zusammengeführten Daten ist. In der Cefepim-Gruppe starben 778 Patienten, entsprechend 6,6 Prozent, in den Vergleichsgruppen waren es 674 Patienten oder 6,2 Prozent.
Das gepoolte Chancenverhältnis für die Sterblichkeit lag bei 1,10, das 95-Prozent-Glaubwürdigkeitsintervall reichte von 0,98 bis 1,24. Im statistischen Modell ergab sich damit eine Wahrscheinlichkeit von 94,4 Prozent, dass die Sterbechancen unter Cefepim höher liegen. Der absolute Unterschied betrug 0,4 Prozentpunkte. Rechnerisch entspricht dies etwa einem zusätzlichen Todesfall pro 227 Behandelten, ohne damit für den einzelnen Patienten eine sichere Kausalwirkung zu belegen.
Deutlicher fiel das Ergebnis aus, wenn die Analyse auf die 73 begutachteten und veröffentlichten Studien mit 15.411 Patienten beschränkt wurde. Hier lag das Chancenverhältnis bei 1,17 mit einem 95-Prozent-Glaubwürdigkeitsintervall von 1,02 bis 1,34. Die modellierte Wahrscheinlichkeit für höhere Sterbechancen unter Cefepim stieg auf 98,6 Prozent. Der absolute Unterschied lag in dieser Teilmenge bei 0,9 Prozentpunkten, entsprechend rechnerisch einem zusätzlichen Todesfall pro rund 111 Behandelten.
Allerdings veränderten unveröffentlichte Studien das Bild. Neben zwölf anderen unveröffentlichten Berichten oder Kongressabstracts bezog das Team 25 ältere Studien ein, die der US-Arzneimittelbehörde FDA vorlagen. Diese FDA-Daten wiesen im Mittel in die entgegengesetzte Richtung wie die veröffentlichte Literatur und schwächten das Gesamtsignal ab. Die Autoren bewerteten die Gewissheit der Evidenz deshalb insgesamt als moderat, vor allem wegen der Unterschiede zwischen den Studien und eines möglichen Publikationsbias.
Auch die Untergruppen unterschieden sich. In 57 Studien mit Erwachsenen lag das Chancenverhältnis bei 1,18 und die modellierte Wahrscheinlichkeit für höhere Sterbechancen bei 98,9 Prozent. In 16 Studien mit Kindern ergab sich dagegen ein Chancenverhältnis von 1,00 und eine Wahrscheinlichkeit von 50,9 Prozent. Ein entsprechendes Sicherheitssignal war dort somit nicht erkennbar.
Besonders ausgeprägt war das Signal in Studien zur feb