// EUROGAMER.DE — GAMING
Bethesda feiert 40. Jubiläum: Vom Beinahe-Bankrott zur legendären Rollenspiel-Schmiede
Bevor das Studio mit Skyrim und Fallout die Open-World-Spiele revolutionierte, entwickelte man Sport-Titel. Ein Rückblick auf die turbulenten Gründerjahre.
Ihr kennt Bethesda Softworks durch seine beliebten Fallout- und Elder-Scrolls-Reihen, die uns schon viele Jahre begleiten. Genau wie das Studio selbst, denn das Unternehmen feiert am heutigen Tag seinen 40. Geburtstag.
Gegründet wurde Bethesda am 28. Juni 1986 vom Ingenieur und Technologie-Analysten Christopher Weaver. Bis man seinen Weg zum heutigen Erfolg fand, probierte das Studio sich an vielen verschiedenen Dingen aus – und stand einmal kurz vor dem Bankrott. Aber der Reihe nach …
Eigentlich sollte die Firma ganz anders heißen. Vorgesehen war "Softwerke", allerdings war diese Bezeichnung bereits vergeben. Aufgrund des Gründungsorts entschied man sich schließlich für Bethesda Softworks. Zuerst war das Studio als Experiment gedacht, um herauszufinden, ob die Spieleentwicklung für den PC tragfähig ist.
Während das Unternehmen heute für seine Open-World-Games bekannt ist, waren diese in den Anfangstagen noch kein Thema. Stattdessen lag der Fokus zu Beginn auf Sportspielen. Gridiron setzte zum Beispiel auf die erste Echtzeit-Physik-Engine in einer Sportsimulation – auf Amiga und Atari ST. Anschließend unterstützte das Team sogar die Entwicklung des ersten John Madden Football von Publisher Electronic Arts, bevor weitere Titel wie Wayne Gretzky Hockey folgten.
Ein erster Richtungswechsel erfolgte in den 90er-Jahren. Einerseits buchstäblich, denn das Studio zog nach Rockville in Maryland um – dort befindet sich heute nach wie vor der Hauptsitz. In dieser Phase versuchte das Unternehmen sein Portfolio zu erweitern. Wie? Natürlich durch allseits beliebte – aber nicht immer gute – Lizenzspiele. So entstanden Titel wie das erfolgreiche The Terminator oder auch Home Alone. Doch dabei sollte es nicht bleiben.
Todd Howard stieß 1994 als Entwickler zum Team und prägte die Geschicke des Studios wie kein Zweiter. Als langjähriger Executive Producer und Game Director verantwortete er die Entwicklung von Welthits wie Fallout 3, Skyrim und Starfield und gilt heute als das wichtigste öffentliche Aushängeschild des Konzerns.
Mit der Zeit entstand innerhalb des Teams der Wunsch, etwas Eigenes zu erschaffen. Da viele Beschäftigte zugleich Fans von Dungeons & Dragons waren, führte eines zum anderen und es entstand The Elder Scrolls: Arena. Der Titel war ursprünglich als Gladiatoren-Kampfspiel, wurde zum Ende hin jedoch weit größer als das und legte den Grundstein für den heutigen Erfolg. Dieser war hart erkämpft, denn anfänglich verkaufte sich das Spiel schleppend, dank Mundpropaganda wurde es aber doch noch zum Erfolg.
1996 erschien dann The Elder Scrolls 2: Daggerfall. Was erst einmal wie ein Selbstläufer klingt, brachte Bethesda jedoch in finanzielle Schieflage, das Studio stand kurz vor dem Bankrott. Christopher Weaver gründete daraufhin 1999 gemeinsam mit Robert A. Altman die neue Muttergesellschaft ZeniMax Media. Mit dieser übernahm man Bethesda und sanierte die Firma finanziell. Zwei Jahre später gliederte man die interne Entwicklungsabteilung unter der Leitung von Todd Howard als eigenständiges Studio aus: die Bethesda Game Studios. Der Rest ist Geschichte ...
Was 1999 mit der Gründung von ZeniMax Media vor dem Bankrott gerettet wurde, gipfelte im Jahr 2021 in einem der größten Deals der Gaming-Geschichte. Microsoft kaufte den gesamten Mutterkonzern für 7,5 Milliarden US-Dollar und sicherte sich so Bethesda Softworks mitsamt der Rollenspiel-Marken exklusiv für das eigene Portfolio.