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ZDF ändert Konzept für Politiker-Interviews bei »logo!«-Kindernachrichten
Das ZDF reagiert nun doch auf die Kritik an dem Interview einer ehemaligen Landesschülersprecherin mit AfD-Politiker Ulrich Siegmund in der Kindernachrichtensendung »logo!«. Kritikerinnen und Kritiker warfen dem Sender vor, Siegmunds Aussagen ungeprüft verbreitet zu haben und forderten neben einem Faktencheck auch eine angemessene Moderation für das Gespräch mit einem Politiker einer rechtsextremen Partei.
»Im Nachhinein müssen wir feststellen, dass das gewählte redaktionelle Konzept nicht angemessen war«, teilte der öffentlich-rechtliche Sender mit . Für den Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern habe man das Konzept nun geändert. Zuvor hatte »logo!«-Redaktionsleiterin Constanze Knöchel das Vorgehen des Senders in einem LinkedIn-Beitrag verteidigt .
AfD-Spitzenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern, Enrico Schult, sei nun von einer »logo!«-Redakteurin befragt worden. Das Interview mit der amtierenden Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sei jedoch schon vor der Ausstrahlung des Siegmund-Interviews am 29. August geführt worden – von einer Vertreterin des Landesschülerrats Mecklenburg-Vorpommern.
Zudem sollen die Aussagen von Ministerpräsidentin Schwesig und AfD-Kandidat Schult nicht mehr komplett im Internet veröffentlicht werden. »Die Aussagen aus den Interviews werden in einem redaktionellen Beitrag eingeordnet«, kündigte das ZDF an.
Nach der Ausstrahlung des Siegmund-Interviews am 3. September waren beim ZDF zahlreiche Programmbeschwerden eingegangen. Am Montag gab es dazu eine Telefonschalte mit Vertretern des ZDF-Fernsehrats. Die Initiative Campact hatte zudem die Petition »Keine Bühne für Rechtsextreme bei logo!« gestartet, die von mehreren Hunderttausend Menschen unterschrieben wurde. Das ZDF dankt nun in seiner Mitteilung für die »wichtigen, ausführlichen und teilweise sehr persönlichen Rückmeldungen«. Über die offiziellen Programmbeschwerden soll jetzt der ZDF-Fernsehrat entscheiden.