// COMPUTERBASE — MONDO
SK Hynix × Intel: Speicherproduktion soll in den USA neu gestartet werden
Nachdem es zuletzt Gerüchte gab, SK Hynix könnte Intel-Fabriken übernehmen, läuft es nun angeblich auf eine Zusammenarbeit hinaus. Damit sollen Chips made in the USA auch den vor Ort produzierten Speicher bekommen und so eine echte lokale Produktionskette darstellen.
Erneut im Fokus stehen dabei die neuen Intel-Fabriken in Ohio, die das Unternehmen aktuell baut. Ursprünglich für bis zu acht Module (Mod) geplant, sollte dies der größte Intel-Standort überhaupt werden. Gebaut wird bisher aber primär an Mod 1, während an Mod 2 erst grundlegende Arbeiten laufen, denn Intel fehlt das Geld. Die selbst auferlegte Pause der letzten Jahre hat das Projekt zudem massiv verzögert.
Wie Reuters nun berichtet, könnte SK Hynix hier ins Spiel kommen. Die finanzstarken Südkoreaner könnten einen Teil der neuen Anlagen leasen, heißt es, alternativ ein Joint Venture mit Intel formen. Wie genau das aber aussehen soll, bleibt aktuell unklar, ebenso für welche Produkte es gelten könnte. Auch Base-Dies für künftige HBM-Chips könnten letztlich gemeint sein, die aber technisch betrachtet keine DRAM-Chips sondern Logic-Bausteine sind.
SK Hynix hatte sich zuletzt zunehmend den USA geöffnet, auch um Druck auf den Konzern aus der Politik zu nehmen und auf der anderen Seite auch die Position Seouls bei Verhandlungen zu stärken. In Indiana baut das Unternehmen so eine Fabrik, die HBM-Chips komplettiert. Die benötigten DRAM-Wafer werden dafür aber weiter aus Südkorea eingeflogen. Chairman Chey Tae-won äußerte sich bei der Grundsteinlegung durchaus offen für eine Fabrik in den USA. Die offizielle Unternehmensposition schließt nichts aus – bestätigt aber auch nichts.
SK Hynis is reviewing various measures, including establishing additional production bases, to strengthen the competitiveness of its memory business, but no matters have been determined at this stage.
Intel wiederum könnte eine Finanzspritze aus solch einer Vereinbarung ebenfalls gut gebrauchen, um den weiteren Ausbau und die Aufrüstung voranzutreiben. Zuletzt bestätigte Intel, Ohio Mod 1 nun mit voller Kraft zügig fertigzustellen, der zuletzt stetig verschobene Starttermin könnte dadurch wieder etwas vorrücken.
Bis dahin muss Intel jonglieren und Kapazitäten verschieben: Intel 18A soll bald nur noch in der Fab 52 in Arizona und künftig auch in der Fab 62 nebenan gefertigt werden, Intel 14A wiederum soll erst einmal ausschließlich in Oregon gefertigt werden, wo aktuell auch Intel 18A inklusive High-NA-EUV belichtet wird. Dafür wird die eigentliche Forschungsfabrik nun mehr und mehr zu einer HVM-Anlage (High Volume Manufacturing) aufgerüstet, um entsprechende Kapazität zum Start neuer Produkte bieten zu können. Intel 14A war ursprünglich mal für Ohio gedacht, doch bis es so weit ist, vergehen noch Jahre.