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25 Jahre Haft für Kosovos Ex-Präsident Thaci wegen Kriegsverbrechen
Das Kosovo-Sondertribunal in Den Haag hat den ehemaligen Präsidenten Thaci wegen Kriegsverbrechen zu 25 Jahren Haft verurteilt. In Pristina löste das Urteil Proteste aus. Vielen gilt Thaci als Nationalheld.
Kosovos ehemaliger Präsident Hashim Thaci ist wegen Kriegsverbrechen zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. Das Kosovo-Sondertribunal im niederländischen Den Haag sah es als erwiesen an, dass Thaci unter anderem für 96 politische Morde verantwortlich ist.
Zudem wurde Thaci wegen der willkürlichen Inhaftierung von 385 Menschen, der Folter von 303 Personen sowie der grausamen Behandlung von etwa 50 weiteren Betroffenen verurteilt. Die Taten wurden während des Konflikts um die Abspaltung des Kosovos von Serbien in den 1990er-Jahren begangen.
Das Gericht erklärte, der 58-Jährige habe sich aktiv an den Verbrechen beteiligt und diese unterstützt. Thaci, der alle Vorwürfe zurückgewiesen hatte, verfolgte die Urteilsverkündung schweigend.
Der Anklage zufolge gehörten Thaci und drei Mitangeklagte der Führungsriege der kosovo-albanischen Befreiungsarmee (UCK) an.
Die Anklage hatte für den ehemaligen Präsidenten 45 Jahre Haft gefordert - die Verteidigung Freispruch. Knapp 300 Zeugen hatten in dem Prozess ausgesagt, 155 Opfer waren an dem Verfahren beteiligt.
Thaci war zwischen 2008 und 2014 Ministerpräsident, danach Außenminister und ab 2016 Präsident des Kosovo. Er war 2020 von seinem Amt zurückgetreten, um sich dem Gericht in Den Haag zu stellen. Alle vier Angeklagten hatten führende Positionen in der UCK und nach dem Krieg hohe politische Ämter inne.
Thaci kann gegen das Urteil Berufung einlegen. Die bereits verbüßte Haftzeit von fünf Jahren und zehn Monaten wird ihm angerechnet.
Auch die Mitangeklagten erhielten hohe Strafen: Jakup Krasniqi muss 25 Jahre in Haft, Kadri Veseli 18 Jahre und Rexhep Selimi 13 Jahre.
Fast 22 Jahre nach dem Krieg im Kosovo beginnt in Den Haag der erste Prozess vor dem Kosovo-Sondertribunal.
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