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Shapez 2 im Test: Noch nie hat mir Copy & Paste so viel Spaß gemacht!
Die auf den ersten Blick simple Fabriksimulation entpuppt sich als gigantischer Sandkasten für ausgefuchste Tüftler mit einem wundervollen Flow.
Die Fabriksimulation dreht im zweiten Teil nicht nur grafisch auf, sondern bietet auch eine riesige Spielwiese, auf der man wie am Reißbrett Abläufe gestaltet, die aus der Ferne wie Schaltkreise auf einer Leiterplatte aussehen. Das unter anderem von Factorio inspirierte Spiel wurde von tobspr Games in München entwickelt und ist für knapp 29 Euro auf Steam erhältlich.
Ich weiß, es ist schon eine Weile her, dass shapez 2 den Early Access verlassen und auf Version 1.0 vervollständigt wurde. Inzwischen ist sogar schon Nummer 1.1 erhältlich und es tut mir leid, dass ich euch diesen feinen virtuellen Sandkasten bisher vorenthalten habe. Dabei hatte ich mich rechtzeitig eingespielt, Stichpunkte gemacht und Screenshots angefertigt – bevor ausgesprochen vertrackte Zeitgründe meinem Testzeitplan ein Schnippchen schlugen.
Trotzdem will ich euch die feine Fabriksimulation kurz vorstellen. Wenn ihr mich fragt, gehört sie neben Subgenre-Größen wie Factorio oder Satisfactory nämlich zum Besten, was der kleinen Nische der Automatisierungs-Software je passiert ist!
Nun ist shapez 2 auf den ersten Blick so unscheinbar wie ein einzelner Lametta-Streifen am Weihnachtsbaum. (Und nein, ich habe keine Ahnung, woher diese Metapher mitten im Hochsommer kommt.) Tatsächlich fühlt es sich aber geradezu unverschämt gut an, wenn man komplexe Produktionswege erschafft, um geometrische Formen zu „ernten“, zu zerschneiden, neu zusammenzukleben, übereinanderzustapeln und abzutransportieren, bis die knuffigen „Knöpfe“ schließlich über kleine Sprungbretter in einen riesigen Strudel geschnipst werden, um – jeder für sich – den Zähler der angeforderten Knopfteile nach oben zu schubsen.
Warum sich das so gut anfühlt? Weil man mit wenigen Klicks die gewünschten Verarbeitungsschritte zusammenklickt – und anschließend markiert, kopiert, ausschneidet, wieder absetzt und zuvor noch dreht oder gar spiegelt, das sich nicht nur das Ergebnis, sondern schon der Aufbau mehr nach Jonglieren anfühlt als nach notwendiger, müßiger Arbeit.
Klar: Man ist hier nur von oben am Hantieren, nicht mittendrin wie in anderen Fabriksimulationen. Aber ich kenne kein anderes Spiel, dass diese Art Kreativrätsel dermaßen elegant hinbekommt, dass das Erstellen kleiner und großer Fabriken schon auf rein mechanischer Ebene ein so großer Spaß ist.
Und wie schön das Programm auch von ganz alleine Transportwege baut, wenn man den gewünschten Pfad einfach nur über die Karte zieht! Wie wertvoll es außerdem ist, dass man am Ende jedes Transportabschnitts sieht, was dort rauskommen wird, bevor das erste Endprodukt überhaupt erstellt wurde. Ja, man kann einmal erstellte Konstruktionen sowie beliebige Teile davon sogar anwählen, um sie zu speichern und anderswo zu verwenden oder später weiterzuentwickeln. So erschafft man sich eine individuelle, ständig wachsende Bibliothek an Mustern, mit deren Hilfe man rasend schnell spätere Produktionsketten erschafft.
Es ist ein bisschen so, als würde man wie ein futuristischer Architekt auf einem interaktiven Grundriss konzipieren, der sofort Wirklichkeit wird. Das ist es, was bei shapez 2 so angenehm in den Fingern kribbelt. Zumal ich mich gar nicht daran sattsehen kann, wie schwungvoll die Bauteile über mehrere Ebenen gefahren und geschossen werden, sodass ihre Wege in-, neben- und übereinander wie in einer sinfonischen Harmonie ans Ziel geführt werden.
Und wenn man dann mal rauszoomt, um das so Skizzierte aus weiter Entfernung zu bestaunen, passiert noch was ganz anderes: Da verschwinden die kleinen Schnipser, Schälchen, Rutschen und Rampen in einem großen Ganzen, das wie eine Sammlung von Schaltkreisen auf einer Leiterplatte anmutet. Die Knöpfe werden zu Symbolen dafür, dass Strom fließt, und die Plattformen, auf denen die Verarbeitung stattfindet, zu einer Art Mikrochips. Man blickt auf eine komplexe Struktur a