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Kritik: House of the Dragon Staffel 3, Folge 2 – Eine Krone, bezahlt mit Blut
Die gefährlichsten Wünsche sind jene, die tatsächlich in Erfüllung gehen.
Die zweite Folge räumt endlich auf, was Staffel 2 liegen ließ. Aemond verlässt Königsmund, Alicent öffnet Rhaenyra die Tore und Otto bezahlt für Aegons Krone. Nicht alles daran ist sauber erzählt, aber wenigstens bewegt sich endlich etwas.
Jacaerys kehrt von der Gurgel zurück. Er sitzt allerdings nicht auf Vermax, sondern liegt tot vor seiner Mutter. Baela hat seinen von Pfeilen durchbohrten Körper nach Drachenstein gebracht. Rhaenyra betrachtet ihren Sohn zunächst, als ließe sich sein Tod durch entschlossenes Ignorieren rückgängig machen. Dann bricht sie zusammen.
Emma D’Arcy spielt diese Szene ohne königliche Zurückhaltung. Rhaenyra schreit, schlägt nach dem Leichnam und klammert sich anschließend an ihn. Sie hat Lucerys verloren, nun ist auch ihr ältester Sohn tot. Jacaerys widersetzte sich ihrem Befehl und sperrte sie vor seinem Aufbruch sogar in ihrem Gemach ein. Das macht ihre Trauer nicht kleiner, sondern komplizierter. Dass ihr Kampf um den Thron bereits Tausende Menschen das Leben gekostet hat, scheint sie deutlich weniger zu belasten. Die gehörten schließlich weder zu ihrer Familie noch zum Hochadel.
Hugo, Ulf und Addam aus Holk vernichten auf ihren Drachen die verbliebenen Schiffe der Triarchie. Militärisch haben die Schwarzen gewonnen. Corlys Velaryon hat davon wenig. Addam findet ihn zwischen den Trümmern seiner Flotte. Driftmark brennt, seine Schiffe liegen auf dem Meeresgrund und von seiner Familie ist kaum noch jemand übrig. Wenn das ein Sieg ist, möchte Corlys keinen weiteren erleben.
Später bietet Corlys Alyn aus Holk seinen Namen an. Jahrzehntelang war er zu stolz, seinen unehelichen Sohn öffentlich anzuerkennen. Nun besitzt er kaum noch etwas anderes, das er ihm überlassen könnte. Alyn nimmt trotzdem an. Der Name ist für ihn mehr wert als Gold, gerade weil Corlys ihn so lange ignoriert hat.
Rhaena erreicht mit Schafsdieb das Grüne Tal und bittet Lady Jeyne Arryn um Schutz. In der Seeschlacht verlor sie die Kontrolle über ihren Drachen, der daraufhin die eigenen Leute und Schiffe angriff. Den Verräter-Highscore knackte sie zwar nur aus Überforderung statt aus Absicht, aber für die Toten macht das keinen Unterschied. Nun bittet sie um Asyl.
Daemon feiert derweil mit den Winterwölfen einen militärischen Erfolg gegen das Heer der Lennisters. Den Kampf selbst zeigt die Serie nicht. Wir sehen betrunkene Sieger und erfahren anschließend, dass die Sache erledigt ist. Nach dem aufwendigen Angriff in der Gurgel musste offenbar an anderer Stelle beim Budget gespart werden. Also sitzen die Männer am Lagerfeuer und grölen Lieder, die wie deutscher Mittelalterrock klingen, nur ohne Stromgitarren, aber dafür mit ähnlich hohem Cringe-Faktor.
Simon Kraft überbringt Daemon die Nachricht von Jacaerys’ Tod und die selbsternannte Hexe Alys Strom fordert Harrenhal als Belohnung für ihre Hilfe. Daemon lehnt ab und bricht auf. Harrenhal bleibt trotzdem nicht lange ohne einen größenwahnsinnigen Targaryen.
Aemond greift Harrenhal mit Vhagar an und brennt sich durch die wenigen verbliebenen Verteidiger. Simon Kraft versucht, die Burg kampflos zu übergeben. Bei Daemon hatte diese Vorgehensweise funktioniert. Aemond ist jedoch nicht gekommen, um eine vernünftige Lösung zu finden. Er will seinen Onkel töten und reagiert entsprechend schlecht gelaunt auf die Nachricht, dass dieser längst abgereist ist.