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„Dune Awakening“ im Test: Groß, schön und etwas leer
Die generalüberholte Wüste ist jetzt bereit für Singleplayer. „Dune: Awakening“ bringt das Spiel auf Konsolen und führt einen Einzelkämpfer-Modus ein.
Wenn es einen Charakter gibt, der bei „Dune: Awakening“ im Gedächtnis bleibt, dann ist es die Wüste. Das erste Mal aus dem Dunkel einer Höhle in die überhitzte, gleißend helle Hölle aus Sand zu treten, das erste Mal zu sehen, wie der eigene Flüssigkeitsvorrat in der Sonne verdampft, wie ein spezieller Hitzschlag-Meter sekundenschnell in bedrohliche Dimensionen hinauftickt, das ist beunruhigend.
Und es ist ermutigend. Der Wüstenplanet Arrakis wird ernst genommen. Vermarktet wird „Dune: Awakening“ aus gutem Grund als Open-World-Survival-Spiel. Es hat auch eine Geschichte, Fraktionen und aufwendige Zwischensequenzen. Sie bleiben aber oft im Hintergrund. Vor allem dreht sich das Spiel um seine tödliche Spielwelt. Wertvolle Ressourcen gibt es hier überall, aber häufig gibt es bisherige Besitzer, die man aus dem Weg räumen muss. Später muss man auch aufpassen, bei der Ernte nicht vom Sandwurm gefressen zu werden. Nie sind sie weit entfernt. Es rumpelt ständig.
Millionen Menschen kennen diese Wüste schon recht genau. „Dune: Awakening“ spielt in der Welt der Dune-Bücher von Frank Herbert und der Dune-Filme von Denis Villeneuve. Während die Spiel-Geschichte einen originellen Stoff aus den Quellen entwickelt, orientiert sich die Optik an den neuen Filmen. Nicht nur die Assets vom Familienwappen bis zum Ornithopter, auch die sonnengebleichte Farbarmut kennt man so aus dem Kino.
Allerdings ist das Spiel gar nicht so neu. „Dune: Awakening“ ist als Multiplayer-Onlinespiel vor rund einem Jahr erschienen. Es kam anfangs gut an, bis genug Leute die mitgelieferte halbe Kampagne durchgespielt hatten und im Endgame wieder ausstiegen. Nun erscheint ein besonders großes Update inklusive einer Einladung für Neueinsteiger. Zum offiziellen Starttermin am 22. September erscheint „Dune: Awakening“ auch für Playstation 5 und Xbox Series X/S (auch im Game Pass). Außerdem bekommt das Spiel einen richtigen Singleplayer-Modus und die Story wird weitererzählt. All diese Updates kommen auch zur Windows-Version. Auf dem PC wurde das Spiel auch hier getestet, um eine Frage zu beantworten: Ist das ein gutes Abenteuer, wenn man komplett neu in den Singleplayer-Modus einsteigt?
Der Anfang ist verwirrend. Ein kurzes Intro erklärt, dass man sich hier in einer alternativen Realität ohne den eigentlich vorgesehenen Hauptdarsteller Paul Atreides befindet. Dann wird man während der Charaktererstellung wie einst Paul mit Giftstachel am Hals verhört, dann stürzt man mit einem Gefangenentransporter über Arrakis ab, dann wird man von einem geheimnisvollen Fremden gerettet.
Die Überforderung ist gut, sie passt zum Setting. Auf einem aktuellen Gaming-PC ist auch die Grafik schick und stimmungsvoll, die (englischsprachigen) Videos gut gespielt und aufwendig produziert. Mit dem Gamepad in der Hand wirkt dann aber vieles altbekannt, wenn man Survival und Crafting kennt. Düster und vorahnungsvoll ist das Spiel eher in Zwischensequenzen. In der Praxis geht es um viele abzuhakende Missionen, die sich wie Bestellungen anfühlen. Es geht um Fortbewegung, Ressourcen und Kampf. Die Kulissen sehen anfangs aufregend und schroff aus, aber nach wenigen Spielstunden hüpft man bereits drüber. Und der eigene Charakter fühlt sich bei aller Wahlfreiheit ziemlich austauschbar an.
Immerhin behält das Survival-Gameplay einen angenehm fremdartigen Beigeschmack. Wasser bleibt wichtig. Anfangs muss man den Schatten suchen und kurz abkühlen, kleine Mengen Tau von Blumen ernten. Sehr schnell bemerkt man, dass vor allem die Gegner wertvolle Flüssigkeit liefern. Und so zapft man nach jedem Schusswechsel Blut ab, um es in der Basis zu einwandfreiem Trinkwasser zu verarbeiten.
Und weil Gegner Wasser bringen, ist Arrakis dann gar nicht mehr so trocken. Auf den zweiten Blick ist die Wüste ganz schön dicht besiedelt. Man kann keine zweihundert Meter weit