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Kanadas Premier offen für Idee einer assoziierten EU-Mitgliedschaft
Kanadas Premier Carney hat sich im Europaparlament in Straßburg für eine stärkere Zusammenarbeit seines Landes mit der EU ausgesprochen. Eine Partnerschaft müsse auf Werten begründet sein, nicht auf Eigensinn.
Kanadas Premier Mark Carney wurde im Europaparlament äußerst freundlich empfangen und bekam langen Beifall. Er sprach frei fast ohne Manuskript, ließ viele Pausen für den Beifall aus dem EU-Parlament - und nahm ihn gerne an. In seiner Rede sprach er von fast unbegrenzten Möglichkeiten, wie Europa und Kanada noch enger zusammenarbeiten könnten.
Die überwältigende Mehrheit der Kanadier befürworte deutlich engere Beziehungen zu Europa. Carney sprach von einer einzigartigen Sicherheits- und Wirtschaftsallianz. Er begrüßte einen Vorschlag Ursula von der Leyens. Die EU-Kommissionschefin hatte Carney am Mittwoch als Ehrengast zu ihrer State-of-the-Union-Rede im EU-Parlament geladen und ihm dabei ein besonderes Angebot gemacht: Kanada könne durch ein neu gedachtes Partnerschaftsmodell eng mit der EU verbunden werden.
Von der Leyen sprach von einer "assoziierten" Mitgliedschaft, die es im EU-Recht so bisher nicht gibt. Weil EU-Vollmitglieder nur europäische Staaten sein dürfen, könnte es auf eine Sonderform hinauslaufen - ohne Stimmrechte und ohne Sitze in den politischen Entscheidungsgremien der EU wie dem Europäischen Parlament oder dem EU-Ministerrat.
Kanada und die EU wollen noch mehr zusammenarbeiten - wie genau, ist aber bisher unklar.
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Nun gab es auf diesen Vorschlag eine positive Antwort. Europa und Kanada seien gemeinsam stärker, erklärte der kanadische Premier im Europaparlament. Eine besonders enge Partnerschaft sei wichtig für beide Seiten. Sie solle über bestehende Abkommen deutlich hinausgehen. Das Wichtigste davon ist das Handelsabkommen CETA, das seit nunmehr neun Jahren "vorläufig" in Kraft ist.
Carney nannte es ein großes Erfolgsmodell, wie auch schon von der Leyen tags zuvor - ungeachtet der Probleme mit einigen EU-Staaten, die das Abkommen wegen der möglichen Agrar-Konkurrenz aus Kanada nicht vollständig ratifiziert haben. Carney verzichtete darauf, dies in seiner Rede einzufordern, zumal die Verantwortlichen auch nicht mit im Saal saßen. Damit rechnet man aber beim bevorstehenden EU-Kanada-Gipfel in Montreal.
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17.09.2026
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Am Ende einer Annäherung könnte damit eine Art "EU-Mitgliedschaft light" stehen, eine Zusammenarbeit ohne alle Rechte und Pflichten eines EU-Vollmitglieds, aber mit vielen Vorteilen etwa für Studenten beim Erasmus-Programm oder auch bei der "Personenfreizügigkeit", also der Möglichkeit für EU-Bürgerinnen und -Bürger, sich in Kanada niederzulassen und Arbeit zu suchen und umgekehrt. Dafür zeigte sich auch der kanadische Regierungschef offen.