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Negative Auswirkungen von KI auf Spieleentwickler? Neue Studie wagt sich an das Thema
Laut einer Game-Oracle-Analyse straft das KI-Stigma vor allem potenziell erfolgreiche Titel ab. Tim Sweeney kritisiert Valves Kennzeichnungspflicht scharf.
Das Thema KI ist im Bereich der Spielentwicklung ziemlich umstritten. Ist es die Zukunft der Industrie oder der Untergang der Kunst? Die Technologie wird ständig verbessert und findet immer öfter ihren Weg in die Entwicklung, während Spieler der ganzen Sache oft skeptisch gegenüberstehen. Eine Studie zeigt nun, dass die Nutzung von künstlicher Intelligenz in der Entwicklung die Spielbewertungen um rund 53 Prozent senkt. Auch wie oft ein Titel auf die Wunschliste gesetzt wird, könnte vom KI-Einsatz beeinflusst werden.
Es sieht also schwer danach aus, als hätte die gesteigerte Effizienz durch KI-Nutzung auch einige Nachteile, die Studios abwägen müssen. Die Analyse von Game Oracle befasst sich hier natürlich mit Steam-Spielen, da hier die KI-Nutzung seit 2024 offengelegt werden muss.
"Wenn 'gute' Studios KI einsetzen, sind die Auswirkungen katastrophal (Umsatzeinbußen von 40 % bis 60 %) … Insgesamt legen unsere Daten nahe, dass KI bei qualitativ minderwertigen Spielen keinen Unterschied macht. Bei Spielen mit großem Potenzial ist das ‚KI-Stigma‘ jedoch real und bestraft Entwickler hart, die ansonsten erfolgreich gewesen wären", so steht es im Bericht.
Es ist also eine Sache der Abwägung. KI kann schon eine sehr nützliche Sache sein. Sie bedeutet je nach Anwendungsfall nicht zwangsläufig weniger Arbeitsplätze, eine faulere Mentalität oder Kreativitätsverlust. Sinnvolle Tools können die harte Arbeit unterstützen, die ja hier und dort auch mal in Crunch-Zeiten ausufern kann. Es ist viel mehr eine Frage, wie KI genutzt wird. Aber das lässt sich selbst durch Steams Kennzeichnungspflicht nicht immer durchschauen.
Wie Epic-Games-Chef Tim Sweeney bereits kritisierte, werden Entwickler durch das negative Image von KI vor eine unmögliche Lage gebracht, die ihre Erfolgschancen erheblich einschränken könne. "Doch wer es auf Steam veröffentlicht, muss seinem Produkt dieses ‚Schandmal‘ der KI-Nutzung aufdrücken lassen – und plötzlich gibt es eine Community von Kritikern, die versucht, das Spiel zu Fall zu bringen. Ich halte das Vorgehen von Valve für wirklich unverantwortlich", so Sweeney.
Viele Spieler sind eher dankbar, dass es diese Transparenz auf Steam gibt.
Im Januar 2024 änderte Valve seine Richtlinien: Entwickler müssen seitdem offenlegen, wie KI in ihren Projekten genutzt wird. Das betrifft sowohl vorab generierte Inhalte als auch Live-KI, die sich während des Spielens generiert. Valve reagierte damit auf rechtliche Urheberrechtsfragen.