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Zehn Minuten mit der Katze verändern Gefühl und Herzschlag
Der Kontakt mit der eigenen Katze kann sich subjektiv beruhigend anfühlen, während der Körper zugleich stärker aktiviert ist. In einer Heimstudie mit 32 Katzenhaltern sank nach zehn Minuten freier Interaktion die selbst eingeschätzte Erregung, zugleich stieg während des Kontakts die Herzfrequenz und die parasympathische Aktivität nahm ab. Wegen der kleinen und geschlechtlich unausgewogenen Stichprobe bleiben die Befunde vorläufig.
Atsugi (Japan). Der Umgang mit Haustieren wird häufig mit Entspannung und Stressabbau verbunden. Bei Katzen ist jedoch noch wenig darüber bekannt, wie sich alltäglicher Kontakt gleichzeitig auf Gefühle, Hormone und das autonome Nervensystem ihrer Halter auswirkt. Gerade Laborversuche können solche Reaktionen verändern, weil eine fremde Umgebung oder anwesende Forscher sowohl Menschen als auch Katzen beeinflussen.
Forscher der Tokyo University of Agriculture (NODAI) um Prof. Hidehiko Uchiyama haben deshalb eine Untersuchung in den Wohnungen der Teilnehmer durchgeführt. Insgesamt nahmen 32 Katzenhalter in Japan zwischen Juni und Oktober 2021 teil, wobei je nach Messgröße wegen Protokollabweichungen oder fehlender Daten kleinere Gruppen ausgewertet wurden.
Jeder Teilnehmer absolvierte an zwei verschiedenen Tagen zwei Bedingungen in zufälliger Reihenfolge. In der Interaktionsphase durften die Halter zehn Minuten lang so mit ihrer Katze umgehen wie im Alltag, etwa sie streicheln, ansprechen, füttern oder mit ihr spielen. In der Ruhebedingung blieben Mensch und Katze ebenfalls zusammen im Raum, aktive Berührungen und Gespräche sollten jedoch weitgehend vermieden werden.
Vor und nach den Aufgaben erfasste das Team die emotionale Verfassung mit einem standardisierten Stimmungstest und bestimmte Cortisol sowie Oxytocin im Speichel. Während der Versuche wurden Herzfrequenz und Herzratenvariabilität gemessen. Aus diesen Daten leiteten die Forscher unter anderem die Aktivität des Parasympathikus ab, also jenes Teils des autonomen Nervensystems, der typischerweise mit Ruhe und Erholung verbunden ist.
Nach der freien Interaktion mit der Katze war die selbst eingeschätzte emotionale Erregung signifikant niedriger. Gleichzeitig stieg die mittlere Herzfrequenz während der Interaktion von rund 73,5 auf 79,2 Schläge pro Minute und fiel danach wieder auf etwa 73,1 Schläge pro Minute. Ein Maß der parasympathischen Aktivität nahm während des Kontakts ebenfalls signifikant ab.
In der Ruhebedingung zeigte sich ein anderes Muster, denn dort nahmen parasympathische Kennwerte während der zehn Minuten zu. Damit deutet die Studie darauf hin, dass aktiver Katzenkontakt nicht einfach dieselbe körperliche Entspannungsreaktion auslöst wie ruhiges Beisammensein, obwohl sich die Teilnehmer anschließend subjektiv weniger erregt fühlten.
Bei den beiden untersuchten Hormonen ergab sich dagegen kein signifikanter Unterschied zwischen den Werten vor und nach der Interaktion, zugleich fanden die Forscher Zusammenhänge zwischen einzelnen Messgrößen. Veränderungen der Herzfrequenz standen positiv mit Veränderungen der Cortisolkonzentration in Beziehung, außerdem waren die Veränderungen von Cortisol und Oxytocin positiv korreliert. Solche Korrelationen zeigen keine Ursache und erlauben noch keine eindeutige Erklärung des physiologischen Musters.
Die Ergebnisse sprechen damit eher für eine komplexe Aktivierung als für eine einfache Gleichsetzung von Katzenkontakt und körperlicher Entspannung. Sie belegen jedoch nicht, dass Katzen ihre Besitzer gezielt beeinflussen oder manipulieren. Untersucht wurde die Reaktion der Menschen auf alltägliche Interaktionen, nicht die Absicht oder Strategie der Tiere.
Hinzu kommt die geringe und unausgewogene Stichprobe mit 32 Teilnehmern, darunter nur sechs Männer, und für einzelne Analysen standen noch weniger vollständige Datensätze zur Verfügung. Die Autoren betonen deshalb selbst, dass größere und ausgewogenere Studien nötig sind, bevor sich belastbare allgemeine Schlüsse über die gesundheitlichen Wi