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Künstliche Intelligenz und Finanzen: Beim Geld misstrauen viele Deutsche der KI
von André Westphal
20. Sep. 2026 |
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Künstliche Intelligenz ist bereits im Alltag der meisten Menschen angekommen, auch in Deutschland. Auch im Bereich Finanzen spielt KI zunehmend eine Rolle. Etwa hatte der Neobroker Scalable Capital ja kürzlich das Agentic Investing eingeführt. Doch laut der Postbank Digitalstudie 2026 herrscht zumindest bei den Befragten aus Deutschland noch Skepsis. Denn beim Umgang mit Geld wollen nur wenige komplett auf KI vertrauen.
So hat die Postbank Digitalstudie 2026 ermittelt, dass 70 % der Befragten KI für Überweisungen, Geldanlagen oder Finanzberatung ablehnen. Dabei haben 54 % der Befragten generell schon künstliche Intelligenz im Alltag genutzt, etwa für Recherchen. Aber offenbar sehen sie es als etwas anderes an, per KI Informationen zu sammeln, als den Algorithmen ihr Erspartes anzuvertrauen.
Quelle: Postbank, eine Niederlassung der Deutsche Bank AG
Drei Viertel der Befragten vertrauen bei Finanzfragen einer persönlichen Beratung mehr als einer KI. Wobei ich hier einwerfen möchte, dass es da auch stark auf den menschlichen Berater ankommen wird. Von einer Finanzberatung bei der Hausbank würde ich persönlich etwa dringend abraten. Da spielen dann in aller Regel mehr die Provisionsinteressen der Bankangestellten eine Rolle als eine unabhängige Finanzberatung, die individuell auf euch zugeschnitten wäre.
Etwas mehr Offenheit gibt es bei jüngeren Anwendern. Sprachassistenten haben z. B. in dieser Altersgruppe einen festen Platz: 74 % nutzen sie bereits generell. Die Eingabe von Überweisungsdaten per Sprachassistent können sich 46 % der unter 40-Jährigen vorstellen. Bei den Älteren kommt dies für 72 % hingegen nicht in Frage. Beim Einsatz von KI für Finanzthemen zeigt sich ebenfalls ein Altersgefälle. Fast jeder zweite unter 40-Jährige ist dafür offen, jeder vierte Nutzer unter 40 ist beim Thema Geldanlage bereits einer Empfehlung der KI gefolgt.
Quelle: Postbank, eine Niederlassung der Deutsche Bank AG
Viele Befragte haben jedoch Datenschutzbedenken oder zweifeln an der Reife der KI-Assistenten. Auch trauen sich nur 36 % der Befragten zu, Manipulationen durch KI sicher zu erkennen. Allerdings greift die KI-Skepsis nicht auf andere digitale Aspekte über. Mehr als drei Viertel der Befragten erledigen ihre Bankgeschäfte online. 43 % nutzen inzwischen eine mobile Banking-App für Überweisungen, Kontoauszüge oder Informationen zu Geldanlagen.
Das klassische Online-Portal verliert dagegen an Bedeutung und wird nur noch von 34 % der Befragten genutzt. Aber: Die Generation 40+ bevorzugt das Online-Portal mit 40 % weiterhin leicht gegenüber der App mit 38 %. Wer sich einmal für die App entschieden hat, bleibt ihr allerdings laut der Postbank Digitalstudie 2026 meist treu: 53 % der über 40-jährigen App-Nutzer verwenden sie bereits seit mehr als sieben Jahren.
Zu betonen ist, dass es sich bei der Postbank Digitalstudie 2026 nicht um eine wissenschaftliche Studie, sondern um eine lose Meinungsumfrage handelt. Die Ergebnisse sollte man also nicht verallgemeinern und eher als grobe Hinweise betrachten.