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Xbox Disc to Digital: Darum kann Sony das Feature laut Bericht nicht einfach kopieren
Microsoft versieht physische Spiele offenbar seit 15 Jahren heimlich mit Seriennummern. Das verschafft dem Konzern nun einen massiven Vorteil vor der PS5.
Xbox Insider testen bereits das neue "Disc to Digital"-Feature des Unternehmens, bevor es für alle Spielerinnen und Spieler mit einer Xbox-Konsole freigegeben wird.
In einem neuen Bericht geht The Verge nun näher darauf ein, wie dieses Konzept zustande kam – und warum Sony es wahrscheinlich nicht einfach so kopieren kann.
Bei der ursprünglichen Enthüllung der Xbox One plante Microsoft einen Online-Zwang ("Always-on") sowie weitreichende Sperren für gebrauchte Spiele. Der gewaltige Aufschrei der Gaming-Community zwang den Konzern vor dem Release zu einer historischen Kehrtwende.
Das alles reicht viele Jahre zurück, in die Zeit vor der Xbox One. Schon damals dachte Microsoft über die "Idee eines echten digitalen Besitzes" nach. Das Konzept umfasste demnach das Verschenken digitaler Spiele, das Recyceln digitaler Titel und die Möglichkeit, physische Discs im Handel gegen eine Download-Variante einzutauschen. Einige dieser Details sickerten nach und nach an die Öffentlichkeit, andere blieben jedoch geheim.
Die Enthüllung der Xbox One mit ihren digitalen Ursprungsplänen und die massive Kritik daran warfen diese ganze Idee zurück. Etwa zu dieser Zeit traf Xbox dennoch die Entscheidung, jede Xbox-One- und später auch Xbox-Series-X-Disc mit einer eigenen Seriennummer auszustatten, die als einzigartiger Code fungiert. Ausgenommen waren lediglich bestimmte Discs, die in den ersten sechs bis zwölf Monaten der Xbox-One-Ära gepresst wurden. Fast jede Disc danach trägt diese Markierung.
"Die Entscheidung von Microsoft, den Discs eine Seriennummer zu verpassen, die Xbox-Konsolen auslesen können, machte den Start von Disc to Digital überhaupt erst möglich", heißt es. "Mit dieser Methode verwandelt ihr eine physische Xbox-One-Disc ganz einfach in eine digitale Kopie, indem ihr sie ins Laufwerk schiebt. Eine Entscheidung vor 15 Jahren brachte dieses nützliche Feature hervor – und könnte in den kommenden Jahren tatsächlich zu echtem digitalen Besitz führen."
Zugleich ist es der Grund dafür, dass Sony nicht nachziehen kann: "Sony kann das Ganze auch nicht einfach kopieren. Wenn der PlayStation-Hersteller nicht heimlich über Jahre hinweg Metadaten auf seinen Discs versteckt hat, muss er eine andere Methode finden. Nur so kann er PS5-Besitzern helfen, ihre physischen Sammlungen ins digitale Zeitalter zu überführen."
Noch wird das Disc-to-Digital-Feature nicht von allen Unternehmen unterstützt, Beispiele sind etwa Sega und Square Enix – Ubisoft wurde kürzlich zur Testphase hinzugefügt.
Bei The Verge geht man fest davon aus, dass Microsoft irgendwann dem Weg von Sony folgen wird, auch aufgrund der Lieferkettenprobleme bei der Produktion physischer Spiele. Dennoch lege Xbox weiterhin großen Wert auf den Erhalt von Spielen, was man anhand dieses Features und der kürzlich eingeführten Xbox-Abwärtskompatibilität auf dem PC sehe.