// TAGESSCHAU AUSLAND — MONDO
Reaktionen auf Wahlen: Deutschland sorgt gerade viele in Frankreich
"Sehr beunruhigend" und "ein schwerer Moment für Europa": Viele in Frankreich fürchten die Folgen der starken Zuwächse der AfD bei den Landtagswahlen. Nur die Rechte im Land hält sich auffällig zurück.
"Mecklembourg-Poméranie-Occidentale": Für den französischen Radiomoderator ist der Name eine Herausforderung. Aber er hat sich vor zwei Wochen auch schon an "La Saxe-Anhalt“ gewöhnen müssen. Zwei deutsche Bundesländer, die in Frankreich eigentlich kaum jemandem etwas sagen. Und die es jetzt dennoch in die Top-Nachrichten schaffen.
Normalerweise ist das Interesse an Deutschland vor allem bei Radio und Fernsehen in Frankreich eher verhalten. Jetzt ist das anders: "Eine historische Niederlage" sieht die Zeitung Le Monde nach dem Ausscheiden der CDU aus dem Landtag von Mecklenburg-Vorpommern für Kanzler Friedrich Merz und seine Partei.
"Deutschland unter Schock" titelt der konservative Figaro nach der Wahl in Sachsen-Anhalt. Das Deutschlandinteresse in den französischen Medien ist gerade so groß, wie man es als Frankreich-Korrespondent bislang wohl selten erlebt hat. Der Siegeszug der AfD bringt Deutschland überall in die französischen Schlagzeilen.
In Brüssel wird darüber diskutiert, ob der AfD-Sieg Folgen für die EU-Politik des Kanzlers haben wird.
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"Unter Schock" zeigen sich auch manche Vertreter der französischen Politik. Das Regierungslager ist besorgt um die politische Stabilität des wichtigsten Partners, obwohl gerade Frankreich diesbezüglich kein leuchtendes Vorbild ist.
Wenn ein deutsches Bundesland in die Hände von Parteien wie der AfD falle, sei das "sehr beunruhigend", befindet der französische Finanzminister Roland Lescure als Reaktion auf die Wahl in Sachsen-Anhalt. Sein Kabinettskollege, Europaminister Benjamin Haddad befürchtet sogar "einen schweren Moment für ganz Europa".
Andere sehen sich in ihrer Deutschland-Skepsis bestätigt: Für den Präsidentschaftskandidat der Linksaußenpartei LFI, Jean-Luc Mélenchon, sind die Rechtsextremen in Deutschland zurück und er folgert daraus, dass Deutschland auf keinen Fall die stärkste konventionelle Armee in Europa aufbauen dürfe. Melenchon spricht auf X sogar vom "Aufstieg des Faschismus".
Das sei für Frankreich "inakzeptabel". Sein Parteifreund Manuel Bompard nennt die AfD "offen neonazistisch". Die Sorge vor einem Rückfall Deutschlands in einen rechtsextremen Nationalismus ist in verschiedenen Äußerungen in Frankreich spürbar. Längst verschwundene Geister der Vergangenheit scheinen auf einmal auf der anderen Seite des Rheins wieder aufzuziehen.
Viele französische Politiker sind entsetzt, gilt die AfD doch als noch extremer als der Rassemblement National.
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