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Reform der Nachrichtendienste - Revolution oder Tabubruch?
Sabotage im Ausland und Eindringen in Privatwohnungen: Heute diskutiert der Bundestag über die Bundesnachrichtendienst- und Verfassungsschutzreform. Die Opposition warnt vor einem Bruch mit Lehren aus der Geschichte.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) formuliert das Ziel der Reform der Nachrichtendienste so: "Wir machen aus unseren Nachrichtendiensten echte Geheimdienste." Die Bundesregierung sieht Deutschland bedroht, von außen wie von innen. Deshalb sollen der Bundesnachrichtendienst und der Bundesverfassungsschutz bald das können, "was andere Länder auf der Welt schon längst machen", betont der Kanzler.
Konkret heißt das: Nicht mehr nur Informationen sammeln und auswerten wie bisher, sondern selbst aktiv werden. Fachleute nennen das "operative Befugnisse". Und die haben es in sich. Faktisch dürfte der Bundesnachrichtendienst damit in Zukunft ausländische Unternehmen sabotieren und in fremde IT-Systeme eindringen. Und zwar, wenn von ihnen eine Gefahr für Deutschland ausgeht.
Angesichts vermehrter Meldungen schätzt der Innenminister die Bedrohungslage in Deutschland inzwischen als hoch ein.
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Kanzleramtschefin Nina Warken (CDU) nennt Beispiele: "Die Manipulation von Warenlieferungen durch Verbringung fehlerhafter Bauteile. Das gezielte Eindringen in IT-Systeme von Drohnenfabriken oder Chemiewaffenlaboren zur Sabotage."
Nicht nur die BND-Agenten im Ausland sollen mehr Befugnisse bekommen. Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) setzt darauf, dass auch das Bundesamt für Verfassungsschutz, also der Inlandsnachrichtendienst, zum Geheimdienst wird. Der CSU-Politiker weist auf mögliche Anschlagspläne mit selbstgebauten Bomben hin und verlangt deshalb, "dass auch die Dienste in der Lage sind, diese Explosionsstufe rechtzeitig zu entschärfen, auszutauschen, auch zu manipulieren."
Was der Verfassungsschutz im Inland dürfen soll und der Bundesnachrichtendienst im Ausland, das hat die Bundesregierung nun in einen riesigen Gesetzentwurf gepackt, auf den Unionsfraktionschef Thorsten Frei mit Stolz blickt: "Etwa 800 Seiten Gesetzestext, der nichts anderes ist als die größte Revolution im Bereich der Nachrichtendienste."
Analyse
12.08.2026
Die Nachrichtendienste sollen schlagfähiger werden. Darauf hat sich die Bundesregierung geeinigt.
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Für die Bundesregierung ist es eine Revolution, für andere ein Dammbruch. Dass der BND im Ausland mehr Kompetenzen bekommt, dafür gibt es auch aus der Opposition noch einigen Zuspruch. Anders sieht es bei den geplanten Befugnissen für den Verfassungsschutz aus. Da wird harsche Kritik laut.