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Spritpreise ziehen vor Ende des Tankrabatts deutlich an
Noch gilt die Steuerermäßigung auf Kraftstoff, doch die Preise steigen bereits stark. Die Unterschiede zwischen den Tankstellen sind ungewöhnlich groß.
Es dauerte nach der Einführung des Tankrabatts ein paar Tage, bis die Preise sanken. Die Begründung lautete: Erst müsse der Sprit auf Lager verkauft werden, der ja noch ohne den Vorteil eingekauft worden sei. Umgedreht geht es entschieden schneller. Zur Mittagszeit – nur dann dürfen die Preise steigen – ging es bei Diesel im bundesweiten Durchschnitt um 24 Cent pro Liter nach oben, bei E10 um 20,3 Cent, wie der ADAC mitteilt. Das seien nur knapp weniger als die bisherigen Rekordsprünge. Nach dem Mittagssprung, um 12:15 Uhr, war E10 um 3,3 Cent teurer als zur selben Zeit am Montag, Diesel um 3,5 Cent. Bis 14:00 Uhr weitete sich die Differenz bei E10 auf 5,4 Cent aus, bei Diesel auf 6,7 Cent.
Dabei haben die Preise in den vergangenen Tagen bereits angezogen: Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Montags kostete Super E10 pro Liter 1,86 Euro. Das waren 1,6 Cent mehr als am Sonntag. Diesel zog sogar um 1,9 Cent auf 1,784 Euro pro Liter an. Für beide Kraftstoffe war es der sechste Anstieg in Folge. Seit vergangenem Dienstag ist E10 um 4,4 Cent teurer geworden, Diesel um 5,3 Cent pro Liter. Dabei hat der Rohölpreis im selben Zeitraum ein gutes Stück nachgegeben. Wann die Preise wie stark steigen würden – um Mitternacht ist dies ja nicht möglich – war im Vorfeld unklar. Nun deutet einiges darauf hin, dass die Preiserhöhung bereits vor dem Ende des Rabatts begonnen hat.
Auffällig ist dabei, dass es ungewöhnlich große Unterschiede zwischen den einzelnen Tankstellen gibt. Teilweise fielen die Mittagssprünge im Vergleich zu den Vortagen relativ normal aus, teilweise waren sie sehr viel höher. Der Tankrabatt gilt seit Anfang Mai. Für ihn wurden die Steuern auf Benzin und Diesel um 16,7 Cent pro Liter gesenkt. Die Tankstellen sind nicht verpflichtet, dies weiterzugeben.
Da die Preise seit Einführung der 12-Uhr-Regel erfahrungsgemäß um 12:00 Uhr deutlich steigen, davor aber im Tagesverlauf am niedrigsten sind, nutzten viele Autofahrer die Chance, noch einmal vergleichsweise günstig zu tanken. Teilweise wurden am späten Vormittag auch Schlangen an Tankstellen beobachtet.
Sollten die Preise sich wie in den vergangenen Monaten verhalten, würden sie bis zum späten Mittwochvormittag erneut stark fallen. Für Mittwoch-Mittag wird dann ein Rekordsprung erwartet, wenn zur üblichen Erhöhung auch der weggefallene Tankrabatt kommt.
Sollte es so laufen, gäbe es am Mittwochvormittag eine letzte Gelegenheit relativ günstig zu tanken. Dies ist aber nicht sicher: Dass die Preise am frühen Dienstagnachmittag langsamer fielen als zuletzt, deutet darauf hin, dass die Preiserhöhung auch dadurch abgebildet werden könnte, dass ein Teil des Preisrückgangs ausbleibt.
Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, warnte die Mineralölbranche vor unverhältnismäßig hohen Preisaufschlägen. „Unternehmen dürfen die Situation nicht dazu nutzen, Preiserhöhungen vorzunehmen, die sich sachlich nicht rechtfertigen lassen“, sagte er. „Entsprechenden Hinweisen werden wir konsequent nachgehen.“
Seine Behörde ist zudem zum Schluss gekommen, dass der Tankrabatt nicht ganz beim Verbraucher ankam. Der Tankrabatt sei zwar weitergegeben worden. „Aber er ist aus unserer Sicht eben nicht zu 100 Prozent weitergegeben worden“, sagt er. Wie hoch die Weitergabe genau war, wollte Mundt auf Nachfrage nicht sagen. „Ich kann das noch nicht präzisieren, weil wir die Zahlen der letzten Tage noch nicht validiert haben.“
Das Kartellamt stellt sich damit auf die Seite des ifo-Instituts und der Monopolkommission, die in den vergangenen Wochen ebenfalls eine unvollständige Weitergabe diagnostiziert hatten. Das ifo sah bei Benzin eine relativ vollständige Weitergabe, bei Diesel aber eine deutliche Lücke. Die Monopolkommission errechnete vor rund zwei Wochen für Benzin und vor allem Diesel ein Defizit bei der Weitergabe. Mundt sagte dazu: „