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Pressefreiheit, Adobe-Topaz und Nikons Budget-Vollformat – Fotonews der Woche 39
Fotoagenturen solidarisieren sich mit TV-Sendern, Adobe schluckt Topaz Labs und Nikon streicht den Sucher. Plus: Gefiederte Fotostars.
(Bild: erstellt mit KI / Thomas Hoffmann / heise medien)
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In den USA werden Pressefreiheit und Solidarität unter Medienschaffenden plötzlich wieder ganz konkret, während Adobe seinen nächsten Übernahmecoup landet. Derweil zeigt Nikon, dass man bei einer Vollformatkamera radikal weglassen kann – allerdings nicht unbedingt das, was alle freut.
Selten war Pressefreiheit so greifbar wie in dieser Woche. Das Weiße Haus hatte mehreren TV-Sendern den Zugang entzogen, und die Lage eskalierte rasch. CNN wurde nicht nur vom allgemeinen Pressezugang ausgeschlossen, sondern auch aus der sogenannten „TV Pool Assignment“ entfernt – jener rotierenden Gruppe von Sendern, die im Namen aller anderen Medien bei wichtigen Ereignissen filmen darf. Kurz darauf traf es MSNBC und Politico.
Die Reaktion fiel beispiellos aus: Große Fotoagenturen und Zeitungen stellten die Verbreitung von Trump-Fotos vorübergehend ein. AP, Reuters, Getty Images und andere zeigten damit Solidarität mit ihren Kollegen vom Fernsehen. Die Botschaft war unmissverständlich: Pressefreiheit ist unteilbar. Werden TV-Sender ausgeschlossen, betrifft das alle Medienschaffenden.
Ein Bundesrichter teilte diese Einschätzung und blockierte das Verbot. Er ordnete die sofortige Wiederherstellung des Zugangs für CNN, MSNBC und Politico an. In seiner Begründung verwies er darauf, dass der Ausschluss von Medien aus dem Weißen Haus verfassungsrechtlich bedenklich sei und gegen den First Amendment verstoße. Die Regierung könne nicht einfach unliebsame Berichterstattung durch Zugangsentzug bestrafen.
Was hier geschah, geht über die üblichen Grabenkämpfe zwischen Politik und Medien hinaus. Die Solidaritätsaktion der Fotoagenturen setzte ein starkes Signal: Wenn Fotografen und ihre Agenturen gemeinsam sagen „ohne unsere Kollegen vom Fernsehen machen wir auch nicht weiter“, ist das mehr als Symbolik. Es zeigt, dass die vierte Gewalt am besten funktioniert, wenn sie zusammenhält – über Mediengattungen hinweg.
Dass es dafür erst einen Richter brauchte, stimmt allerdings nachdenklich. Es wirft die Frage auf, wie weit eine Regierung gehen kann, bevor die Justiz eingreift. Und es erinnert daran, dass Pressefreiheit keine Selbstverständlichkeit ist, sondern aktiv verteidigt werden muss – manchmal eben auch, indem man die eigene Arbeit niederlegt.
Während in Washington um Zugänge gerungen wurde, vollzog Adobe einen Deal, der die Bildbearbeitungslandschaft neu sortiert: Die Übernahme von Topaz Labs ist abgeschlossen. Das kleine Unternehmen aus Dallas hat sich in den vergangenen Jahren mit KI-gestützten Tools einen Namen gemacht, die oft als Geheimtipp galten. Sharpen AI, Denoise AI, Gigapixel AI und Video AI – alles Werkzeuge auf Basis maschinellen Lernens, die oft beeindruckende Ergebnisse liefern, wo klassische Algorithmen an ihre Grenzen stoßen.