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Northvolt-Nachfolge: Lyten übernimmt Kosten für Baustelle in Schleswig-Holstein
US-Unternehmen Lyten will bei deutscher Northvolt-Tochter einsteigen. Die Pläne fallen aber deutlich kleiner aus.
Nach der Pleite des schwedischen Batterieherstellers Northvolt kommt die Übernahme der deutschen Baustelle bei Heide in Schleswig-Holstein durch das US-Unternehmen Lyten voran. Der Batteriehersteller übernimmt nach der Unterzeichnung einer Absichtserklärung mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), der „Northvolt Drei Project GmbH“ und deren Gesellschafterin „LG Batterie GmbH“ die Kosten für den Erhalt und die Sicherung der Vermögenswerte, einschließlich der Personalkosten beim deutschen Northvolt-Ableger, wie das Unternehmen mitteilte.
Im Gegenzug für die Übernahme der laufenden Kosten unterzeichneten das Land Schleswig-Holstein und Lyten eine Exklusivitätsvereinbarung. Ziel sei der Abschluss eines finalen Kaufvertrags im dritten Quartal. Im Gegensatz zur Hauptgesellschaft ging der deutsche Ableger Northvolt Drei nicht pleite, sondern wurde von Bund und Land am Leben gehalten. Nach Informationen der dpa soll Lyten für das Areal bei Heide rund 60 Millionen Euro zahlen. Das gut 100 Hektar große Gelände mit Baurecht war nach der Northvolt-Insolvenz von Wirtschaftsprüfern auf mindestens elf Millionen Euro taxiert worden.
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) erklärte: „Damit gehen monatelange Verhandlungen über die deutsche Northvolt-Tochter und ihr Gelände bei Heide in die Zielgerade.“ Über Einzelheiten sei mit Lyten Stillschweigen vereinbart worden. Lyten-Chef und Mitgründer Dan Cook kündigte an: „Wir planen, Drei als deutschen Hub für saubere Batterieproduktion und industrielle Fertigung zu entwickeln, auf dem auch KI-Infrastruktur angesiedelt werden soll.“ Der Standort in Schleswig-Holstein zeichne sich durch hohe Verfügbarkeit erneuerbarer Energien sowie außergewöhnlich qualifizierte regionale Talente aus. „Für Lyten ist dies eine langfristig angelegte Investition mit einer Perspektive über mehrere Jahrzehnte.“
Der Chef der deutschen Northvolt-Marke, Nicolas Steinbacher, betonte, mit der Absichtserklärung sei eine wichtige Basis für eine Übernahme und eine neue Zukunft des Projekts geschaffen. „Die Erklärung zeigt, dass der Standort weiterhin attraktiv ist und dass das Team gemeinsam mit unseren Partnern und der Region wesentliche Grundlagen geschaffen hat, auf die Lyten mit seinen Plänen aufbauen kann.“
Ziel der rechtlich noch unverbindlichen Absichtserklärung ist nach Angaben von Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU), die Konditionen des Vermögenserwerbs festzuhalten. „Das Land ist zwar keine Vertragspartei bei der Absichtserklärung und den nachfolgenden Kaufverträgen, aber zusammen mit dem Bund wirtschaftlich begünstigt.“
Der Kaufpreis soll im Fall eines Abschlusses jeweils zur Hälfte an Bund und Land gehen. Für den Bau der Fabrik hatte Northvolt von der staatlichen Förderbank KfW eine Wandelanleihe über 600 Millionen Euro erhalten. Bund und Land bürgten jeweils zur Hälfte. Nach der Pleite konnten Bund und Land davon nur noch 153 Millionen Euro sichern. Der finanzielle Schaden für Schleswig-Holstein liegt damit bei rund 200 Millionen Euro.
Lyten will zunächst deutlich kleiner bauen als Northvolt dies mit dem Bau einer Batteriefabrik mit 3000 Jobs vorhatte. Im März hatte Cook nach einem Besuch der Landesregierung in Kiel erste Details seiner Pläne angekündigt. Seinen damaligen Angaben zufolge sollen auf dem Gelände zunächst rund 1000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Geplant ist aber kein Geschäft, das ausschließlich von Batterien für Elektrofahrzeuge abhängt, sondern die Produktion von Batterien für ein breites Anwendungsspektrum, darunter Verteidigung, stationäre Energiespeicherung, Mobilität und Elektrofahrzeuge.
Ende Februar hatte Lyten die Übernahme des insolventen schwedischen Teils von Northvolt abgeschlossen – die Stammfabrik in Skellefteå und das Entwicklungszentrum in Västerås. Damals hatte Lyten bereits angekündigt, auch das Northvolt-Gelände