// COMPUTERBASE — GAMING
Xbox bald „Ybox“: Microsoft setzt die Kettensäge in der Spielesparte an
Details zum Umbau bei Microsofts Xbox-Sparte verdichten sich zu einem bedrückenden Gesamtbild: Der Konzern setzt die Kettensäge an und plant einen Kahlschlag. Parallel liegt der Game Pass auf Eis, zumindest in Bezug auf Drittanbieter-Spiele. Wer so am Standbein von Xbox sägt, macht daraus eine „Ybox“.
Was Microsoft plant, war weitgehend unklar. Zunächst hieß es von Insidern, der Konzern wolle kleine Studios mit innovativen Projekten, abwickeln und etwa 430 Stellen streichen. Betroffen sind Double Fine Productions (Kiln, Keeper), Undead Labs (State of Decay), Compulsion (South of Midnight) und Ninja Theory (Hellblade/Senua). Kürzungen werden jedoch größer als gedacht: Duke-Nukem-Schöpfer George Broussard warnte vor einer historischen Entlassungswelle.
Nach Informationen von The Verge soll auch Arkane (Dishonored) von der Schließung bedroht sein. Dort entsteht gerade ein Blade-Spiel, das dem Unternehmen zu langsam fertiggestellt werde – es halte weder Zeit- noch Kostenrahmen ein. Wie bei den anderen Studios wird auch ein Verkauf in Erwägung gezogen. Betroffen sind außerdem Stellen bei der Xbox-Sparte direkt. Hier sollen über 1.000 Angestellte gehen, heißt es.
An dieser Stelle steht ein externer Inhalt von X, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Er kann mit einem Klick geladen und auch wieder ausgeblendet werden.
Dear gaming community,For a good while, it has been all positive news from IO Interactive. We remain humbled and honored by the response to our latest outing with a young, unproven Bond. A bold new story and a take on one of the most famous characters in entertainment, which…
Betroffen sind aber nicht nur Microsoft-Studios. IO Interactive verlor in diesem Zuge die Finanzierung für ein Fantasy-Spiel unter den Arbeitstitel „Project Fantasy“, bei dem laut Bloomberg Microsoft der Geldgeber war. Die Entwicklung will IO Interactive allerdings weiterführen. Microsoft selbst versicherte gegenüber Bloomberg, dass „unsere Gesamtinvestitionen in Spiele nicht verringert werden“, nur die Art der Projekte ändere sich. Betroffen ist davon offenbar auch der Game Pass. Eine Reihe von Entwicklern berichten, dass Microsoft Verhandlungen über die Aufnahme ihrer Spiele auf Eis gelegt habe.
Damit wird abschließend klar, was der Fokus zurück zu „klassischer“ Xbox tatsächlich meint: Die Rückkehr zur Retro-Namen und Exklusivspielen ist kein Back-to-Basics-Move, sondern ein Zurück zu den Anfängen. Gears, Halo, Fable und Forza, das sind etwas pauschalisiert die Marken die bleiben, dazu Elder Scrolls, Doom, Fallout und Call of Duty – große Namen, aber bei aller Qualität auch Stangenware, die weder das große noch das vielfältige Angebot schafft, das eine Nummer 1 in der Unterhaltungsbranche produziert. Außer vielleicht nach reinem Umsatz, solange die vorhandenen Marken noch tragen, die nun priorisiert werden sollen. Dennoch: So sieht es aus, als würde Xbox bald ein Bein verlieren – und sinnbildlich zur „Ybox“ werden.