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Kein Geld für Star Fox? Gebt Ex-Zodiac für nicht mal einen 5 Euro eine Chance
Der Early-Access-Shooter von Ben Hickling liefert feines Retro-Gameplay im SEGA-Stil und ist eine spannende Alternative zu Nintendos Raumschiff-Klassiker.
Ex-Zodiac ist ein rasanter Low-Poly-Rail-Shooter im Stil klassischer 90er-Jahre-Titel. Das Actionspiel des Entwicklers Ben Hickling und Publishers Pixeljam befindet sich aktuell für den PC im Steam Early Access und basiert technisch auf der Open-Source-Engine Godot.
Mensch, dieses neue Star-Fox-Remake trifft für mich fast ausschließlich die richtigen Knöpfe. Dennoch verstehe ich, wenn jemand, der in seinem Leben den Krieg um das Lylat System schon mehrfach gewonnen (und gekauft!) hat, es nicht einsieht, erneut einen Fuffi dafür hinzulegen.
Deshalb möchte ich heute ein Spiel mit euch teilen, auf das ich während meiner Recherchen für den Star-Fox-Test gestoßen bin – und das gerade rein zufällig für geradezu jämmerliche 4,94 Euro auf Steam zu haben ist. EX-Zodiac ist nämlich verteufelt gut, dafür, dass es noch im Early Access ist und der Großteil des Spiels von Ben “MNKY” Hickling allein auf die Beine gestellt wird.
Was wir hier haben, ist im Grunde das Spiel, das in den Köpfen der SEGA-Verantwortlichen gelaufen sein muss, als sie das erste Star Fox – hierzulande als Starwing bekannt – gesehen haben. Eine Kopie des Fox-McCloud-Abenteuers in der Ästhetik des Sonic-Hauses. Hätte mir jemand Bilder gezeigt und gelogen, dass es sich um den Prototypen eines frühen Saturn-Shooters handelt, ich hätte es geglaubt.
Es ist alles da, was man von einem SEGA-Titel erwartet: Kariert geflieste Böden, wahnsinnig “90s-Cyber” wirkende Gitter-Muster, Farbverläufe am Horizont, geditherte Schatten und skalierende Sprites, die vereinzelt nackte Polygone ergänzen. Alles stilistische Entscheidungen, die die Design-Abteilung des alten Nintendo-Rivalen mit Knicks und Kusshand durchgewunken hätte. Es ist fabelhaft desorientierend, einen derart überzeugenden Star-Fox-Klon im Gewand des großen Konkurrenten zu sehen.
Das Beste: EX-Zodiacs fühlt sich deutlich mehr nach Nintendo an als nach einem SEGA-Spiel aus dieser Zeit, das – und vielleicht kommt da mein persönlicher Bias durch – vermutlich nicht annähernd die Physikalität und Präzision gehabt hätte.
MNKYs Liebe für die mittleren Neunziger geht außerdem nicht so weit, dass wir uns mit den schlimmen Bildraten herumschlagen müssen, die uns Saturn und SuperFX Chip einst aufnötigten. Die Notwendigkeit für ein Star-Fox-Remake lag in meinen Augen zum guten Teil darin begründet, dass die alten Spiele aus heutiger Sicht laufen wie ein dürrer Fuchs mit einer viel zu schweren Gans im Maul. Diesen Missstand beseitigt auch EX-Zodiac mit butterweichen FPS und schwungvollem Spielgefühl.
Tatsächlich macht MNKY sogar ein paar Sachen, die Fox nicht kann. Okay, die Space-Harrier-Einschübe, die aus irgendeinem Grund ihren Weg in EX-Zodiac gefunden haben, sind nicht der starke Teil des Spiels. Aber im Star-Fox-Betrieb erstmals statt eines Homing Lasers über zielsuchende Multiraketen zu verfügen, mit denen man mehrere Gegner auf einmal oder einen mit einer Vielzahl an Geschossen zugleich beharken kann, ist ein legitim cooles Upgrade, das sich richtig befriedigend anfühlt.
Der treibende 16-Bit-Soundtrack des Spiels stammt vom Musiker +TEK. Um den authentischen Sound der frühen Neunzigerjahre zu rekonstruieren, kombiniert er für den Score klassische FM-Synthese mit traditioneller Wavetable-Synthese. Auch klanglich ist EX-Zodiac deshalb mehr SEGA.