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Witcher 3 Remastered im Test – Witcher werden nicht älter, sie werden nur besser
Dank Raytracing, neuen Animationen und Komfort-Features erstrahlt Geralts Abenteuer schöner denn je. Mal gucken, ob er damit fit für das nächste Add-On ist.
Ich musste nachgucken, wie viele Jahre der Witcher jetzt auf dem Buckel hat. Es hilft nicht viel sein Alter zu schätzen, dass man ihm in Witcher 3: Remastered kaum eines seiner Jahre ansieht. Es waren weniger, als ich gedacht hätte. Nur elf, 2015 erschien CD Projekts Sprung in die Triple-A-Liga. Ich hätte gedacht, dass es schon länger her ist, so ungefähr das Skyrim-Alter. Aber das war schon 2011. Nun, nach hinten raus verschwimmt das alles etwas, aber was im Gedächtnis blieb, ist, dass Skyrim mindestens ein oder zwei Mal von euch frisches Geld für die neueste Version wollte. Der Witcher tut euch diesen Gefallen mit Witcher 3 Remastered mal wieder umsonst.
Version 5 von Witcher 3 ist jetzt seit ein paar Tagen bei mir installiert und ich muss schon sagen: Geralt, wenn wir uns doch nur alle so gut die letzten zehn Jahre gehalten hätten. Im Vorfeld des kommenden Add-ons "Songs of the Past" hat sich der alte Hexer noch mal richtig schick gemacht. Ich weiß, im Vorfeld gab es da ein wenig Zweifel, aber hey, wenn euch die neue Raytracing-Version partout nicht passt, dann spielt eben weiter ohne. Witcher 3 Remastered gibt euch alle Optionen.
Persönlich bin ich vom Raytracing-Look angetan. Wenn die Sonne richtig auf die Dörfer oder Burgen fällt, dann sieht man schon, warum heute alles Raytracing sein soll. Die Lichteffekte sind auf dem Level moderner, großer Open-World-Titel oder zumindest so nah dran, dass der Unterschied zu vernachlässigen ist. Dawnwalker kann da nicht ganz mithalten und die Elder-Scrolls-Updates ganz sicher nicht, zumindest wenn man nicht massiv auf richtig hardwarehungrige Mods setzt. Wenn Witcher 3 in dieser Form heute als Triple-A-RPG erscheinen würde, ich würde das nicht in Frage stellen. Okay, ich würde auch sagen, dass es hier und da an ein paar Ecken ruhig noch mal ein klein wenig mehr Politur gebraucht hätte, dass die Modelle der Bauwerke oder einiger Objekte nicht so perfekt detailliert sind, wie man es gern hätte, Kleinkram eben. Kleinkram, den man vergisst, wenn man ein weiteres Mal in einen traumhaften Sonnenaufgang reitet und die Lichtstrahlen sich genau richtig auf dem Wasser spiegeln.
Aber dann wiederum, wenn ihr die letzte Version davor, 4.irgendwas, installiert hattet, das war jetzt auch nicht schlecht. Wie bereits gesagt, CD Projekt betrieb diese Pflege am Produkt schon länger und der ganz große Sprung wäre natürlich von Witcher 3 Vanilla auf Witcher 3 Remastered. Bei wem der Ausflug in die Witcher-Welt eine Dekade zurückliegt, der wird sich die Augen reiben. Wer letzte Woche noch Version 4 laufen hatte, mehr anerkennend nicken.
Ich hatte zum Test hier am Wochenende nur eine 5070 Mobile in einem Laptop, also nicht gerade State of the Art. Aber in 1080p konnte ich ohne Pathtracing alles anschalten und bekam mit 2-facher Frame-Generation immer noch stabile 60 Frames mit allem, was sonst noch geht. In WQHD waren es dann nur noch um die 40, 30, wenn ich es auf 1080p beließ, aber Pathtracing dazuholte. Witcher 3 ist mit allen Extras und Effekten auf hohen Auflösungen kein anspruchsloses Spiel. Auszusehen wie ein modernes Game erfordert eben auch moderne Hardware, das dürfte jetzt exakt niemanden überraschen, aber ich will es noch mal erwähnt haben. 4K und Pathtracing? Herzlichen Glückwunsch, eure 5090 bekommt was zu tun.
Im Zuge der Modernisierung läuft Geralt jetzt nicht mehr wie 2015, sondern etwas eleganter. In Kämpfen bekam er ein paar neue Bewegungen und Animationsphasen spendiert, die Laufanimation selbst ist flüssiger, es spielt sich alles etwas runder. Vor allem, dass Geralt sich nun über Zäune schwingt, statt wie ein Frosch aus dem Stand drüberzuhüpfen, gibt ihm etwas verlorene Würde zurück. Was Plötze, seinen treuen Gaul, angeht: Es wurde betont, dass sie nun weniger an herumstehenden Bäumen, Häusern oder Rittern hängen bleiben soll.