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Hinrichtungen in Iran: Geflüchtet, zurückgekehrt, zum Tode verurteilt
Ali Zarei hat in Iran gegen das Regime protestiert, wurde verletzt und flüchtete nach Deutschland. Aus unbekannten Gründen kehrte er dann zurück - nun droht ihm die Hinrichtung.
"Mit jedem Augenblick komme ich dem Galgen der Islamischen Republik näher." Anfang September verschickt Ali Zarei eine Sprachnachricht aus dem Gefängnis Ghezel Hesar und spricht darin über das Todesurteil gegen ihn. Er bittet Menschenrechtsorganisationen und die Vereinten Nationen, sich für ihn einzusetzen: "Seid meine Stimme und lasst nicht zu, dass ich hingerichtet werde."
Die in den USA ansässige Menschenrechtsagentur HRANA berichtete am 21. September, Zarei sei innerhalb des Gefängnisses bei Karadsch in Einzelhaft verlegt worden. Der Grund dafür sei unbekannt. Menschenrechtsorganisationen befürchten, dass seine Hinrichtung unmittelbar bevorstehen könnte. Ein Termin für die Vollstreckung ist nicht bekannt.
Die Menschenrechtsorganisation zählte für 2025 mehr als 2.100 Hinrichtungen in der Islamischen Republik.
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Zarei stammt aus einfachen Verhältnissen und soll in Iran an einer Tankstelle gearbeitet haben. Er gehörte zu den Menschen, die 2022 unter dem Ruf "Frau, Leben, Freiheit" gegen die iranische Führung protestierten.
Nach eigenen Angaben verlor er bei einer Demonstration die Sehkraft in einem Auge - durch Schrotkugeln, die Regimekräfte abgefeuert hatten. Später wurde er inhaftiert. Nach seiner Freilassung verließ er Iran und gelangte über die Türkei nach Deutschland.
Ali Khosroshahi vom Münchner Verein Munich Circle erinnert sich an seinen ersten Kontakt mit Zarei im Februar 2025. Der junge Mann habe sich damals mit wenig Geld und ohne Ausweispapiere in der Türkei aufgehalten. Der Verein half ihm dabei, mit einem humanitären Visum nach Deutschland zu kommen. Am 23. April 2025 sei Zarei schließlich in München angekommen, sagt Khosroshahi.
In München war Zarei durchgängig in ärztlicher Behandlung. Der Augenarzt Amir-Mobarez Parasta sagt, dass Zarei noch mindestens drei Eingriffe an seinem Auge benötige. Zudem brauche er dringend weitere augenärztliche Versorgung. Diese werde ihm aber in Iran mit der Begründung verweigert, dass er ohnehin zum Tode verurteilt sei.
Iran nutzt Hinrichtungen gezielt, um Ängste zu schüren, sind Menschenrechtsorganisationen überzeugt.
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Ein Freund aus Münchner Tagen, der ebenfalls bei den Protesten in Iran Augenverletzungen erlitten hatte, beschreibt Zarei als höflichen, ruhigen jungen Mann, der sich für andere einsetzen wollte. Für ihn sei er "wie ein Sohn" gewesen, sagt Ali Delpasand.