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Viraler Aufreger, altes Phänomen: Warum Windows 11 die Thumbnails gelöschter Fotos behält
Es ist mal wieder ein viraler Aufreger: Wie der X-Nutzer Ayzaa schreibt, speichert Windows 11 Thumbnails von „allen Bildern, die du jemals gelöscht hast“. Der Beitrag erreicht damit 1,7 Millionen Aufrufe, beschreibt aber ein bekanntes Phänomen.
Konkret geht es um die Thumbnail-Datenbanken, die Windows 11 im Hintergrund anlegt. Dort erfasst das Betriebssystem sämtliche Miniaturbilder, die im Explorer – oder in Apps, die die Thumbnail-Funktion des Explorers nutzen – dargestellt werden.
Auffinden lassen sich die Thumbnail-Datenbanken, indem man im Ausführen-Menü (Win-Taste + R) den Befehl „%LOCALAPPDATA%\Microsoft\Windows\Explorer“ eingibt. Dann erscheint der Ordner, in dem sich die Dateien mit Namen wie thumbcache_16, thumbcache_256 oder thumbcache_1920 befinden. Direkt öffnen lassen diese sich nicht, man benötigt ein Tool wie Thumbcache Viewer.
Dass Windows die Thumbnails in Datenbanken speichert, ist aber ebenso wie die damit einhergehenden Datenschutzrisiken kein neues Thema, analysiert Windows Latest. So existiert die Thumbnail-Datenbank bereits seit Windows Vista. Die Vorteile liegen auf der Hand: Windows spart Rechenzeit, wenn es die Thumbnails nicht bei jeder Vorschauansicht neu berechnen muss, sondern aus dem Cache laden kann.
Dort landen auch nicht die Mini-Versionen von allen Bildern, sondern ausschließlich diejenigen, die einmal im Explorer-Thumbnail-Cache erfasst wurden. Das heißt: Sie mussten über den Explorer oder eine andere App, die den Explorer-Thumbnail-Cache nutzt, dargestellt werden. Nur dann tauchen sie in den Thumbcache-Dateien auf, können dort aber noch verbleiben, obwohl Nutzer die Originalbilder bereits gelöscht haben.
Aus Datenschutzsicht ist das relevant, weil sich so bisweilen nachvollziehen lässt, was für Bilder auf einem System gespeichert waren. Forensiker beschrieben diesen Zugang bereits unter Windows 7 als Option.
Will man nun die Thumbnails entfernen, ist das über die Datenträgerbereinigung möglich. Dort muss der Punkt „Miniaturansichten“ ausgewählt werden.
Wer sensible Bilder bearbeitet, will womöglich keine Kopie im Cache – sei es im privaten oder professionellen Bereich. Um das zu verhindern, ist der einfachste Weg für Privatnutzer laut Windows Latest: Im Explorer die Optionen öffnen und dort im Reiter „Ansichten“ die Einstellung „Immer Symbole statt Miniaturansichten anzeigen“ auswählen.
Für professionelle Anwender ab Windows 11 Pro gibt es zudem die Möglichkeit, die Thumbnail-Speicherung mit einer Gruppenrichtlinie zu unterbinden. Die Option erreicht man im Editor für lokale Gruppenrichtlinien (gpedit.msc) unter:
Microsoft empfiehlt diesen Schritt sogar offiziell für Rechner, die an Arbeitsplätzen gemeinsam genutzt werden, weil der Thumbnail-Cache von jedem ausgelesen werden kann. Dasselbe gilt für Systeme, bei denen Sicherheit eine hohe Priorität hat.