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Hades 2: Studio-Chef erklärt, warum die Fortsetzung keine reine Geldfrage war
Amir Rao und Jen Zee betonen den kreativen Reiz bei Supergiant Games. Das Team wollte noch tiefer in die griechische Mythologie eintauchen als beim Vorgänger.
Die Entscheidung, eine Fortsetzung zum äußerst erfolgreichen Roguelike-Titel Hades zu entwickeln, traf Supergiant Games nicht allein aus geschäftlichen Gründen.
In einer neuen Noclip-Dokumentation über die Entwicklung von Hades 2 heißt es, das Studio wollte vor allem sicherstellen, dass die kreative Energie im Team stimmt.
"Wir überlegen gemeinsam, wie wir zum letzten Spiel stehen", erklärt Studio Director Amir Rao. "Welche Lehren haben wir daraus gezogen und wie ging es uns mit dem Vorgänger? Wir sind unseren gewohnten Prozess durchgegangen und haben viele verschiedene Ideen abgewogen. Zu Beginn dachte ich ehrlich gesagt noch, dass wir ziemlich sicher kein Sequel zu Hades machen würden."
Das Indie-Studio Supergiant Games ist für gefeierte Titel wie Bastion, Transistor und Pyre bekannt. Vor Hades 2 hatte das Entwicklerteam den strikten Grundsatz, niemals eine direkte Fortsetzung zu einem ihrer Spiele zu machen, sondern stets komplett neue Welten zu erschaffen.
Gleichzeitig sah das Team die Chancen, die sich durch einen Nachfolger bieten würden. Art Director Jen Zee ergänzt: "Wir brannten nach wie vor für diese Welt, die wir erkundet hatten. Das griechische Pantheon ist riesig. Es fühlte sich an wie ein wunderschöner Obstgarten, in dem noch extrem viel Frucht an den Bäumen hängt. Da dachten wir uns: Womöglich sollten wir die Ernte einfahren."
Darüber hinaus war es eine Herausforderung, an den Erfolg des Vorgängers anzuknüpfen: "Wir begegnen Sequels grundsätzlich mit einer gehörigen Portion Skepsis. Wir lieben es einfach, neue Welten zu erschaffen, und hatten vorher noch nie einen Nachfolger entwickelt. Genau das war allerdings auch der Reiz an der Sache: Wir hatten so etwas noch nie gemacht. Wir sind echte Nervenkitzel-Sucher. Wir dachten uns einfach: Was wäre, wenn wir ein Sequel machen? Das würde niemand erwarten."
Die kreative Seite war daher die primäre Motivation, wie Rao betont: "Wenn ein Sequel die einzig richtige finanzielle Entscheidung wäre, hätten wir davor eine ganze Reihe dümmlicher Entscheidungen getroffen. Natürlich spielt der Erfolg eine Rolle. Aber mit dem Erfolg wachsen eben auch die Erwartungen. Wir müssen uns immer wieder fragen: Sind wir bereit dafür? Selbst wenn es die richtige Entscheidung war, mussten wir uns kreativ erst in eine Stimmung bringen, in der wir richtig Lust darauf hatten. Anders funktioniert unser Studio schlicht nicht."
Erst in dieser Woche wurde übrigens ein kostenloser Konzertfilm mit Musik aus Hades und Hades 2 veröffentlicht.