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Ukrainische Wirtschaft durch Krieg unter Druck
Russland hat seine Angriffe auf die Ukraine seit Wochen verstärkt. Eine große Belastung ist das auch für die Wirtschaft: Brennende Einkaufszentren und Lagerhallen, unterbrochene Logistikketten fordern Unternehmen heraus.
Es ist Ende September, auf den Feldern rund um Kiew lassen die Sonnenblumen jetzt endgültig die Köpfe hängen. Ihre Kerne sind voller Öl und reif für die Ernte. Aber die steht auch in diesem Jahr unter schwierigen Vorzeichen, sagt Landwirt Oleksander Krivosheja. Den Krieg bekommt auch er mit voller Wucht zu spüren. "Jeden Tag werden hier Drohnen abgeschossen, fliegen Flugzeuge und auch die Flugabwehr ist hier stationiert. Ich werde nicht sagen wo genau, aber es gibt hier viele."
Bei der Ernte riskieren Landwirte in der Ukraine angegriffen zu werden oder über nicht explodierte Sprengladungen zu fahren. Aber nicht nur die Sicherheit macht Oleksander Sorgen sondern auch teurer Sprit, fehlendes Personal und vor allem niedrige Einkaufspreise. "Ein Wunder, dass wir noch existieren." Er muss ums wirtschaftliche Überleben kämpfen.
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Die Ukraine ist der wichtigste Produzent und Exporteur von Sonnenblumenöl weltweit. Fast sechs Millionen Liter waren es noch vor zwei Jahren. Für dieses Jahr rechnen Experten mit knapp einem Drittel weniger. Der Grund? Die großen Frachter können wegen der Sicherheitslage nicht mehr die Häfen am Schwarzen Meer verlassen. Öl und Getreide müssen per Lkw, Bahn oder auf dem Fluss aus dem Land gebracht werden, natürlich in kleineren Mengen.
Die Logistikkosten sind hoch und die ukrainischen Lager voll. Daher bekommt Oleksander hier in der Ukraine nur wenig Geld für seine Ware, als Beispiel nennt er seinen Weizen: "Heute liegt der Weltmarktpreis für Weizen bei 340 Dollar, aber hierzulande ist der Preis so niedrig, dass ich Weizen unter den Selbstkosten verkaufen muss." Und zwar bei gerade mal 100 Dollar.
Jeder zweite Farmer in seinem Umfeld habe schon aufgegeben, erzählt Oleksander. Wahrscheinlich würden es bald noch mehr. Er selbst lagert seinen Weizen lieber noch ein. In der Hoffnung auf bessere Preise im Frühjahr. Aber auch das ist riskant. Getreidelager werden immer wieder von Russland zerstört.
Die brennenden Lager treffen auch andere. Das Pesto-Café zum Beispiel. Eine Restaurantkette in Kiew mit italienischem Essen. Mitgründer Sergej Aleksejenko fehlten zeitweise etwa Wein, Fleischprodukte oder Milch. Aber das ist nicht das einzige Problem, vor dem er steht. "Die wahrscheinlich größte Herausforderung für uns besteht im Moment darin, unsere Mitarbeiter zu halten. Das ist unser wertvollstes Kapital. Und unser Geschäft zu retten", sagt er.
Viele seiner 400 Angestellten arbeiten jetzt freiwillig weniger und für weniger Geld. Das Problem, die Pesto-Cafés liegen meist in Einkaufszentren. Und um die machen viele Gäste derzeit lieber einen Bogen. Weil Russland auch sie häufig ins Visier nimmt. Sergej musste deswegen schon fünf von 20 Restaurants schließen. "Es kam einfach niemand. Manchmal waren es gerade mal drei Gäste am Tag. Die Gehälter fürs Personal waren höher als die Einnahmen. Und da spreche ich noch nicht von Strom oder Lebensmittelkosten."
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