// EUROGAMER.DE — GAMING
Rockstar-Hack: FBI nimmt mutmaßlichen Anführer der Gruppe ShinyHunters fest
Nach dem Datenklau beim GTA-Macher und Millionen-Erpressungen drohen die US-Ermittler den verbleibenden Cyberkriminellen nun mit weiteren Inhaftierungen.
Das FBI hat einen mutmaßlichen Anführer der Hacking-Gruppe ShinyHunters festgenommen. Diese hatten sich Anfang des Jahres unter anderem zu einem Angriff auf GTA-6-Entwickler Rockstar Games bekannt.
Wie Reuters berichtet, verkündete die niederländische Polizei Anfang dieser Woche die Festnahme eines 24-jährigen Amsterdammers. Er steht im Verdacht, der Gruppe anzugehören.
In einer Stellungnahme bezeichnet Brett Leatherman, stellvertretender Direktor der FBI-Cyberabteilung, den Mann als "einen der mutmaßlichen Anführer von ShinyHunters".
Im September 2022 wurde Rockstar Games Opfer eines der größten Leaks der Spielegeschichte. Ein Teenager der Lapsus$-Gruppe veröffentlichte über 90 Videos aus einer frühen Entwicklungsphase von GTA 6. Dieser Vorfall steht in keinem direkten Zusammenhang mit den aktuellen ShinyHunters-Hacks.
"Seit letztem Jahr haben dieser Cyberkriminelle und seine Komplizen Schätzungen zufolge mehr als 140 Organisationen gehackt und mindestens 70 Millionen US-Dollar an Erpressungsgeldern erbeutet", sagt er.
Dazu gehört eben auch Rockstar Games. Der Hack ereignete sich im April und das Entwicklerstudio teilte damals mit: "Wir können bestätigen, dass im Rahmen einer Datenpanne bei einem Drittanbieter auf eine begrenzte Menge nicht-sensibler Unternehmensinformationen zugegriffen wurde. Dieser Vorfall hat keine Auswirkungen auf unser Unternehmen oder unsere Spieler."
Mit dem Leak aus dem Jahr 2022 oder den jüngsten Datenlecks im Vorfeld der Veröffentlichung des Extended Looks hat das jedoch nichts zu tun. Dadurch gelangten allerdings angebliche Finanzdaten an die Öffentlichkeit, darunter mutmaßliche wöchentliche Einnahmen von GTA Online. ShinyHunters behauptete vergangene Woche sogar, dass man Informationen über die meisten Behörden des FBI entwendet habe – nach der Festnahme des 24-Jährigen.
"Ihr habt von der Festnahme eures Kollegen gehört", betont Leatherman. "Wir sind sicher, dass ihr in den letzten Tagen Dinge gesehen oder gehört habt, die der Öffentlichkeit verborgen blieben. Andere Gruppen glaubten ebenfalls, dass Anonymität oder ihre Freunde sie schützen würden – sie haben sich geirrt."
"Festnahmen verändern sehr schnell die Bereitschaft zu reden, und beschlagnahmte Infrastruktur zeigt uns recht zügig, wer noch übrig ist. Je länger ihr weitermacht, desto mehr erfahren wir über euch. Ihr wisst, wie ihr uns findet, und wir wissen, wie wir euch finden. Ich rate euch, von euch aus Kontakt aufzunehmen, solange ihr noch die Wahl habt."