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Kanye West: Konzerte von Ye in St. Petersburg abgesagt
Rapper Kanye West, der inzwischen unter dem Künstlernamen Ye auftritt (2020)
Die für Oktober geplanten Konzerte des US-Rappers Kanye West in Russland sind abgesagt worden. Die Auftritte am 10. und 11. Oktober in St. Petersburg können »nicht zu den vorgesehenen Terminen stattfinden«, wie der Veranstalter Say Agency am Mittwoch in Onlinenetzwerken mitteilte. Fans sollen demnach den Ticketpreis erstattet bekommen. Einen Grund für die Absage nannten die Organisatoren nicht.
Der inzwischen unter dem Künstlernamen Ye auftretende West hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit antisemitischen Äußerungen Negativ-Schlagzeilen gemacht. Mehrere Konzerte des Rappers in europäischen Städten wurden abgesagt.
West wäre der größte internationale Star gewesen, der seit Beginn der russischen Militäroffensive gegen die Ukraine in Russland aufgetreten wäre. Zehntausende Fans kauften Tickets für die beiden Konzerte.
Die für die Russlandkonzerte von Kanye West verantwortliche Agentur Say Agency wird von der Geschäftsfrau Anna Subtschewa geführt. Diese erklärte vor einigen Wochen, dass Kanye West schon seit Langem gern persönlich mit Wladimir Putin zusammentreffen würde: »Es ist noch schwer zu sagen, mit wem er sich treffen wird, aber ein lang gehegter Traum von Herrn West ist ein Treffen mit unserem Präsidenten Wladimir Putin, für den er bereits seit mehreren Jahren seine Sympathie bekundet.« Im Kreml ging man davon aus, dass ein solches Treffen mit Putin hypothetisch möglich gewesen wäre, sofern »es gelingt, es in den Terminkalender des russischen Staatschefs einzubauen.«
Die angekündigten Shows in St. Petersburg hatten für kontroverse Diskussionen in Russland gesorgt. Mehrere russische Abgeordnete werteten diese als einen Sieg über »anti-russische Hysterie«. Kritiker verwiesen hingegen auf verherrlichende Äußerungen des Musikers über Adolf Hitler. West hatte unter anderem 2025 einen Song mit dem Titel »Heil Hitler« veröffentlicht. Zuletzt hatte der Rapper seine antisemitischen Äußerungen mit einer bipolaren Störung begründet und betont, er sei weder Nazi noch Antisemit.
Antisemitische Äußerungen, Hitler-Sympathien, Albanien-Eklat: Ye polarisiert, wo immer er kann. Der geplante Auftritt des US-Rappers in Sankt Petersburg hätte sein brisantester werden können – auch wegen des Datums. Lesen Sie hier die Hintergründe zu seinem Konzert in Russland.