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RAMaggedon: Microns Bruttomarge auf DRAM und NAND erreicht 87 Prozent
Micron hat nicht nur sehr gute Quartalszahlen gemeldet, sondern auch viele zusätzliche Strategic Customer Agreements (SCAs) eingetütet, die Umsatz bis über 2030 hinaus garantieren. 26 dieser Verträge garantierten inzwischen Hunderte Milliarden US-Dollar Umsatz. Die konzernweite Bruttomarge erreicht derweil 87 Prozent.
Micron zeigt dabei ganz klar, dass man aus den Zyklen der Branche der vergangenen Jahrzehnte etwas gelernt hat. Statt sich im aktuellen Hoch bereits wieder auf große Verluste in einigen Jahren vorzubereiten, legt Micron die Last nun zu einem großen Teil auf die Kundschaft um und der Zeitpunkt dafür ist so günstig wie nie zuvor: Die Kundschaft will aktuell und in naher Zukunft noch viel mehr Speicher aller Art, trotz immenser Investitionen in neue Fabriken wird Speicher absehbar ein knappes Gut bleiben.
Die Strategic Customer Agreements (SCAs) sind dabei keine typischen LTA (Long-Term Agreement), die zumeist eine vergleichsweise günstige Ausstiegsklausel enthalten. Die SCAs sind deutlich strikter geregelt. Micron bezeichnet sie klar als Vereinbarungen nach dem Prinzip „Take-or-Pay“. Bedeutet: Der Kunde kann zwar auch weniger Speicher abnehmen als vertraglich geregelt, zahlt dann aber trotzdem einen Anteil für das, was nicht gekauft wurde.
Details zu den Bedingungen nennt Micron nicht, sie sind Teil der einzelnen Verträge und können unterschiedlich ausfallen. Da frühere LTAs meist mit nur 30 Prozent des Wertes abgewickelt werden konnten, dürfte dies bei SCAs deutlich darüber liegen. Vor allem im Energiesektor, beispielsweise bei Öl und Gas, aber auch bei Fernwärme sind solche Geschäftsmodelle die Regel, die Gebühr für Nicht-Abnahme liegt dort oft bei mindestens 50 Prozent. In anderen Bereichen liegt die Strafe mitunter aber auch beim Vollpreis – der Kunde zahlt vollständig, auch bei Nicht-Abnahme.
Für 26 dieser abgeschlossenen SCAs wurden für Micron durch die Kundschaft bereits 32 Milliarden US-Dollar hinterlegt, die meisten reichen bis zum Jahr 2030, einige aber auch in das Jahr 2031 hinein. 150 Milliarden US-Dollar Umsatz sind so letztlich bereits garantiert, denn sie orientieren sich an dem tiefsten „konservativen“ Preis und der geringsten garantierten Abnahme, wie sie Micron beschreibt – es gibt also entsprechend noch viel Luft nach oben.
Micron verdient sich dabei aktuell die sprichwörtliche goldene Nase. Sowohl die Mobile and Client Business Unit (MCBU) als auch die Core Data Center Business Unit (CDBU) erzielten jeweils erstmals eine Bruttomarge von 90 Prozent. Einfach ausgedrückt wurde in diesen Bereichen ein Produkt für 1 US-Dollar variable Kosten hergestellt und für rund 10 US-Dollar verkauft. Die Gesamtbruttomarge im Konzern über alle Sparten hinweg lag bei 87 Prozent.
Die Nettomarge dürfte vor dem Hintergrund der hohen Investitionen, auch um die SCAs erfüllen zu können, mittelfristig aber erst einmal sinken. Aktuell beträgt sie 70 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 30 Prozent.
Im letzten Quartal hat Micron den Umsatz auf 54,23 Milliarden US-Dollar gehievt, nach nur 11,32 Milliarden US-Dollar vor einem Jahr. Der Nettogewinn stieg im gleichen Zeitraum von 3,2 Milliarden US-Dollar auf 37,3 Milliarden US-Dollar. Für das neue Quartal erwartet Micron einen Umsatz von rund 61,5 Milliarden US-Dollar bei mindestens ähnlichen Gewinnen.