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Ubisoft Mainz: Mitarbeiter und ver.di protestieren gegen striktes Homeoffice-Verbot
Die Geschäftsführung verlangt ab sofort die Rückkehr ins Büro. Die Gewerkschaft warnt vor dem Verlust von Fachkräften und fordert einen Tarifvertrag.
Beschäftigte von Ubisoft Mainz haben heute gemeinsam mit der Gewerkschaft ver.di vor dem Unternehmenssitz gegen die vollständige Abschaffung von Homeoffice protestiert.
Wie der Landesbezirk Rheinland-Pfalz-Saarland von ver.di in einer Pressemitteilung angibt, verlangt die Geschäftsführung seit heute die Rückkehr aller Beschäftigten ins Büro.
In Anbetracht dessen warnt die Gewerkschaft vor dem Verlust qualifizierter Fachkräfte und betont, dass nur ein Tarifvertrag mobiles Arbeiten verbindlich absichern und vor einseitigen Entscheidungen der Geschäftsführung schützen könne.
Ubisoft Mainz gehört zum deutschen Entwickler-Netzwerk des französischen Publishers. Das Studio ist international vor allem als Hauptentwickler der gefeierten Aufbaustrategie-Serie Anno (etwa Anno 1800) bekannt und unterstützt zudem die Arbeit an Blockbustern wie Rainbow Six Siege.
"Wer bewährte Arbeitsmodelle streicht, setzt die Bindung seiner Fachkräfte aufs Spiel", erklärt Holger Meuler, betreuender Gewerkschaftssekretär von ver.di. "Ubisoft konkurriert international um Beschäftigte. Eine starre Präsenzpflicht ist ein Rückschritt, der das Unternehmen als Arbeitgeber unattraktiver macht."
Auch mit flexiblen Arbeitszeitmodellen seien in den vergangenen Jahren erfolgreich Spiele entwickelt worden. Durch die Anwesenheitspflicht würden diese positiven Ergebnisse ignoriert, zudem stelle dies eine besondere Belastung für Beschäftigte dar, die ihre Angehörigen pflegen, lange Pendelwege haben oder Kinder betreuen müssen.
"Für die Beschäftigten bedeutet diese Entscheidung nicht nur längere Wege, sondern auch höhere Kosten und weniger Zeit für ihre Familien", fügt Meuler hinzu. "Die Geschäftsführung muss erklären, welches konkrete Problem sie damit lösen will. Anwesenheit allein macht weder ein gutes Spiel noch gute Zusammenarbeit aus."
Die Aktion soll verdeutlichen, dass es verbindliche Grundlagen für Homeoffice brauche, etwa in Form eines Tarifvertrages. Dazu gehöre auch die Übernahme notwendiger Kosten für Ausstattung, Strom und Internet sowie verbindliche Regeln zum Arbeitsschutz und zur Erreichbarkeit. Ebenso müssten Beschäftigte vor Überwachung geschützt sein und bei Beförderungen oder Weiterbildung gleiche Chancen haben.
"Beschäftigte brauchen verlässliche Rechte", fordert Meuler. "Sie müssen ihr Leben planen können, ohne dass bewährte Arbeitsbedingungen plötzlich gestrichen werden. Ubisoft sollte die Kritik der Beschäftigten ernst nehmen und mit ihnen über Lösungen sprechen, die sich an den Anforderungen der Arbeit und ihrer Lebensrealität orientieren."