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Europäische Kommission testet Teams-Ersatz Element Pro – Mitarbeiter sind wenig begeistert
von Oliver Posselt
2. Okt. 2026 |
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Die Europäische Kommission hat im Sommer Element Pro eingeführt. Das ist ein Messenger mit Audio- und Videoanrufen, Dateiaustausch und Projekträumen, der als „souveränes Back-up zu Teams“ dienen soll. Bei den Beschäftigten kommt er laut einem Bericht von POLITICO bisher aber mehr schlecht als recht an.
Teams bleibt das wichtigste Kommunikationswerkzeug der Kommission. Element Pro ist laut einem internen Memo ein „internes Back-up“, das die Arbeitsfähigkeit sichern soll, falls das US-Produkt ausfällt oder nicht mehr verfügbar ist. Funktional soll es Teams ähneln. Chats und Kanäle gibt es hier als „Rooms“.
Drei Beamte stellen den Nutzen infrage und zweifeln, dass Element Pro als echte Notlösung taugt. „Ich verstehe den Mehrwert nicht“, schrieb einer im internen Nachrichtenboard. Ein anderer nannte das Tool „absolute shit“. Ein Dritter meinte, die USA würden den „Krieg sofort gewinnen“, wenn sie ihre Technik abschalten würden. Zumindest, wenn man nach der Qualität von Element Pro im Vergleich zu Teams geht (und da ist Teams nun wahrlich kein tolles Tool).
Ein vierter Beamter bringt den Vorteil auf den Tisch. Die Kommission betreibt Element auf eigener Infrastruktur und nicht in der Microsoft-Cloud. Bei Teams gebe es dagegen nur die Zusage, dass Microsoft nicht hineinschaue. Die Kommission begründet den Schritt in einem Juli-Memo mit digitaler Souveränität. Mehr Kontrolle über Daten und Systeme, weniger Risiko und weniger Unterbrechungen.
Element ist ein britisches Unternehmen. Seine Software nutzen Behörden und öffentliche Einrichtungen in Europa. Laut Firmenchef Matthew Hodgson setzen auch die UN und die NATO Element Pro ein. Er sagt, die Kommission teste das System noch. Anfangsprobleme seien normal, und allein schon die anders platzierten Buttons sorgten für Gewöhnungsschwierigkeiten. Feedback, ob gut oder schlecht, sei ausdrücklich erwünscht. Welche Konditionen für das Abo gelten, bleibt offen. Die Kommission hat Element gebeten, dazu keine Details zu nennen. Auf Anfragen von POLITICO reagierte sie zunächst nicht.
Die Kommission ist nicht allein. Frankreich will bis 2027 Millionen Verwaltungsangestellte von Teams und Zoom auf eine eigene Lösung umstellen. Das österreichische Militär ist im vergangenen Jahr von Microsoft Office auf LibreOffice umgestiegen.
Der Wunsch nach Unabhängigkeit ist nachvollziehbar. Ein Backup, das im Alltag keiner mag, hilft im Ernstfall aber nur bedingt. Mitarbeiter, die das Werkzeug kaum benutzen, wissen im Notfall auch nicht, wie es funktioniert. Aber irgendwo muss man halt anfangen.
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