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Apple und EU im Dialog über Siri-AI-Freischaltung
Apple-Chef Tim Cook hat mit der EU-Kommission über die Einführung von Siri AI in Europa gesprochen. Ein konkretes Ergebnis steht jedoch noch aus.
Die gute Nachricht ist: Apple und die EU-Kommission sprechen (noch) miteinander. Und das sogar auf höchster Ebene. Apple-CEO Tim Cook sprach jetzt laut einem Bericht der Financial Times mit EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen über die Frage, wie Apples KI-unterstützte Sprachassistenz Siri AI auf dem iPhone und iPad auch für EU-Bürger freigeschaltet werden kann. Ein EU-Sprecher nannte den Austausch „konstruktiv“ – ein konkretes Ergebnis wurde allerdings nicht bekannt. Es soll weitere Gespräche geben.
Apple hatte auf der Entwicklerkonferenz WWDC im Juni angekündigt, auf eine Veröffentlichung von Siri auf iPhone und iPad für seine Kunden in der EU vorerst zu verzichten. Der iPhone-Konzern fürchtet Strafen durch die EU-Kommission wegen des Gesetzes für digitale Märkte (DMA), das für einflussreiche Konzerne wie Apple besondere Regeln vorsieht: Sie müssen Mitbewerbern technisch gleichberechtigten Zugang zu ihren eigenen Funktionen ermöglichen. Dagegen sträubt sich Apple aber und begründet dies primär mit Sicherheitsgründen. DMA-Verstöße können mit Strafen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden. Den Hintergrund des eskalierenden Streits und was er für iPhone-Nutzer in der EU bedeutet, beleuchtet der Mac & i-Podcast zu Apple und der EU.
In den vergangenen Wochen wurde bekannt, dass Apple mit zweierlei Vorschlägen an die EU herangetreten ist. Da ist zunächst eine technische Lösung namens „Trusted OS Agent“ im Gespräch. Es soll sich um eine Software-Zwischenschicht handeln, die zwischen KI-Systemen und System vermittelt und damit die Sicherheit gewährleistet. Es geht dabei unter anderem um den Zugriff auf personenbezogene Daten, ohne vollen Zugriff zu gewähren. Allerdings hat Apple diese Zwischenschicht noch gar nicht entwickelt und will damit auch erst beginnen, wenn die EU-Kommission die Idee als Lösung gutheißt.
Aus diesem Grunde ist Apple wohl auch mit der Bitte um einen zeitlichen Aufschub an die EU herangetreten. Das Unternehmen wollte laut Berichten eine Zusage, dass die Kommission Apple 18 Monate lang mit Siri AI von den Interoperabilitätspflichten des DMA befreit, um in dieser Zeit die Lösung zu bauen. Dagegen sträubt sich aber die EU. Aus Kommissionskreisen war zu hören, dass Apple mit seinem Lösungsvorschlag bislang im Ungefähren geblieben und es dem US-Konzern primär darum gegangen sei, erstmal einen Aufschub zu erhalten. Sie fürchtet, dass Apple erst einmal seinen eigenen Dienst in seinem Ökosystem etablieren will, bevor Wettbewerber überhaupt eine Chance zur Konkurrenz erhalten.
Apple selbst beteuert, an einer Eskalation gar nicht interessiert zu sein. Folglich sei das Zurückhalten von Siri AI in der EU auch keine „Bestrafung“, wie Marketingchef Greg Joswiak kürzlich zitiert wurde. Man habe versucht, das zu vermeiden. Europa machte knapp 27 Prozent von Apples Gesamtumsatz im vergangenen Geschäftsjahr aus. Die EU hätte Apples Vorschläge aber nicht akzeptiert oder sich nicht ernsthaft damit auseinandergesetzt. Die EU ließ über ihren Sprecher Thomas Regnier mitteilen, dass die Entscheidung, Siri AI zurückzuhalten, alleine bei Apple liege – nichts im DMA verbiete die Einführung neuer Produkte in die EU.
In der öffentlichen Wahrnehmung fallen die Reaktionen zwiegespalten aus. Während einige auf der Seite der EU-Kommission stehen und auf Mitbewerber Apples verweisen, die anscheinend geräuschloser mit den Vorgaben der EU klarkommen, soll es unzählige Mails und sogar Morddrohungen gegen EU-Mitarbeiter gegeben haben, berichtet die FT. Nutzer beklagen in Foren, von neuer Technologie abgeschnitten zu werden.
Mit Siri AI soll Apples Sprachassistenz natürliche Sprache beherrschen und ähnlich wie ein KI-Chatbot agieren, der auch agentisch Aufgaben erledigen kann. Angekündigt hatte Apple das bereits vor zwei Jahren, nach Problemen mit dem ursprünglichen A