// HEISE ONLINE — MOBILE & WEB
1Password 7 ohne Cloud: Mac-Update streicht Browser-Plug-in
Seit 1Password 8 zwingt der populäre Passwortmanager Nutzer in die Cloud. Auf dem Mac gab es lange einen Ausweg. Der wird nun per Aktualisierung verbaut.
Update für 1Password 7: Auf diese Aktualisierung besser verzichten.
This article is also available in
English.
It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.
Der Hersteller AgileBits, der inzwischen als 1Password auftritt, zieht bei Legacy-Kunden die Daumenschrauben an: Wer die alte Version 1Password 7 auf dem Mac nach wie vor nutzt, verliert nach dem Einspielen des jüngsten Updates 7.10.4 den Zugriff auf die für die App zentrale Möglichkeit, Passwörter in noch unterstützte Browser einzufügen oder darüber zu hinterlegen. Dass die Funktion, die 1Password „1Password Classic“ nennt, gestrichen werden würde, hatte das Unternehmen bereits im April 2023 angekündigt, entsprechende Hinweise tauchen nach dem Browser-Start auf. Mit 1Password 8 war das Unternehmen, das sich zunehmend an Enterprise-Kunden richtet, mit dem Passwortspeicher in die Cloud gezogen. Seither lassen sich keine rein lokalen Passwortspeicher mehr anlegen – eine Strategie, die schon seit Jahren für auskömmliche Kritik sorgt.
Bislang war damit gerechnet worden, dass die Browser selbst das notwendige „1Password Classic“-Plug-in inkompatibel machen könnten. Dem ist aber bislang nicht so – zumindest in Firefox und Safari. Dort funktioniert 1Password 7 nach wie vor. In Googles Chrome samt seinen Chromium-Derivaten lässt sich 1Password 7 hingegen nicht mehr nutzen, da 1Password selbst die notwendige Erweiterung aus dem Chrome Web Store gestrichen hat. Nun bleibt abzuwarten, was mit den Plug-ins für Firefox und Safari passiert, die nach wie vor auch in modernen Versionen der Browser arbeiten, wenn auch in Firefox etwa mit einer Warnung, die Erweiterung sei „eingeschränkt“ und die Verwendung könne „riskant“ sein.
1Password 7.10.4 ist die erste Aktualisierung für die alte Mac-Version der App seit Langem. In den Release Notes steht lapidar, dass damit „die Unterstützung für die 1Password Classic Extension entfernt“ werde. Weiterhin gibt es Fehlerbehebungen, etwa gegen Darstellungsprobleme in macOS 14 alias Sonoma, vereinzelte Abstürze in macOS-Versionen vor macOS 13 sowie einen Crash unter macOS 27, der beim Parsen einer fehlerhaft formatierten URL auftritt. Der Hinweis auf macOS 27 ist dabei interessant: Der Hersteller geht also davon aus, dass die App dort weiterverwendet wird. Allerdings berichten Nutzer, dass 1Password 7 unter macOS 27 beim Entsperren abstürzt.
Mit der Streichung der Unterstützung für das nach wie vor funktionierende „1Password Classic“-Plug-in verliert der Passwortmanager einen Hauptteil seiner Funktionalität: die Verwendung im Zusammenhang mit Browsern. Um 1Password 7 zu nutzen, müssen User ohne die Erweiterung jegliche Werte händisch kopieren und einfügen, seien es Benutzernamen, Passwörter oder 2FA-Codes.
Auch das Anlegen neuer Passworteinträge geht dann nur noch händisch. Der Hersteller hat keine Angaben dazu gemacht, warum der Support gestrichen wird – technische Gründe sind nicht ersichtlich, da die Vorversion ohne Installation des Updates nach wie vor funktioniert. Es scheint dem Unternehmen also darum zu gehen, möglichst alle Nutzer in sein Cloud-Abonnement zu zwingen. User, die 1Password 7 mit lokalem Passwortspeicher weiternutzen wollen, sollten das Update schlicht nicht installieren, da es bis auf die genannten Fehlerbehebungen keinen weiteren Nutzen bringt. Unter iOS 27 läuft 1Password 7 unterdessen übrigens problemlos weiter – inklusive Plug-in und Systemintegration. Ein kürzlich vorkommender Absturz wurde schnell mit einem Update behoben.
Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externer Preisvergleich (heise Preisvergleich) geladen.
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden.
Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (heise Preisvergleich) übermittelt werden.
Mehr dazu in unserer