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Tag der Deutschen Einheit: Kirchen fordern Zusammenhalt - Warnung vor Polarisierung
In Bremen hat die offizielle Feier zum Tag der Deutschen Einheit begonnen. Kirchenvertreter warnten dabei vor einer Polarisierung der Gesellschaft. Die Ostbeauftragte Kaiser plädierte unterdessen für eine ostdeutsche Bundespräsidentin.
Mit einem ökumenischen Festgottesdienst hat in Bremen die offizielle Feier zum Tag der Deutschen Einheit begonnen. Die leitenden Geistlichen der evangelischen und katholischen Kirche in Bremen riefen zu gesellschaftlichem Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung auf.
"Wahre Stärke gibt es, wo wir einander brauchen und uns gegenseitig etwas zutrauen", sagte der Kirchenpräsident der Bremischen Evangelischen Kirche, Bernd Kuschnerus, laut Predigtmanuskript im Bremer St.-Petri-Dom. In anstrengenden Zeiten dürfe sich die Gesellschaft die Zuversicht nicht nehmen lassen. Stattdessen müssten Menschen füreinander einstehen und Benachteiligte stützen. Nächstenliebe bedeute, Lasten gemeinsam zu tragen und die Fähigkeiten jedes Einzelnen anzuerkennen.
Interview
03.10.2026
Auch 36 Jahre nach der Wiedervereinigung sind Ostdeutsche selten in Führungspositionen vertreten.
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Der Bischof des katholischen Bistums Osnabrück, Dominicus Meier, warnte vor einer Vereinsamung und Überforderung der Bürger in Zeiten des Umbruchs. "Dass Menschen wieder zur Stärke finden, darf nicht dem Zufall überlassen werden." Es dürfe keinesfalls die Haltung entstehen, dass jeder allein seines Glückes Schmied sei. Andernfalls entwickle sich das Zusammenleben zu einer Gesellschaft, in der nur noch das Recht des Stärkeren zähle.
Meier verwies auf die im Grundgesetz verankerte unantastbare Würde aller Menschen und die Botschaft des Evangeliums. Sie schützten die Gesellschaft "vor aller Ausgrenzung, Fremdenhass und Antisemitismus". Einheit und Zusammenhalt trügen nur dort verlässlich, wo sich Menschen mit klarer Haltung gegen Spaltung und Polarisierung stellten.
An dem Gottesdienst unter dem Leitwort "Viele Gaben - ein Geist" nahmen unter anderem die Spitzen der deutschen Verfassungsorgane, der Bundesländer und der Parlamente teil, darunter auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Im Anschluss war im benachbarten Konzerthaus "Die Glocke" der weltliche Festakt mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sowie dem amtierenden Bundesratspräsidenten und Bremer Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) vorgesehen.
Auch Vermögen und Erbschaften in Ost und West seien weiterhin ungleich verteilt.
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Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser, kritisierte unterdessen die bestehende Ungleichheit zwischen Ost und West und forderte eine ostdeutsche Bundespräsidentin. "Ich finde, die Zeit ist reif wieder für ein ostdeutsches Staatsoberhaupt“, sagte sie der Neuen Osnabrücker Zeitung. "Warum sollte die nächste Bundespräsidentin nicht eine kluge Frau aus Ostdeutschland sein?"