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Satelliten zeigen, wie Lava Indonesiens Insel Anak Krakatau neu geformt hat
Landgewinn durch Feuer: Eine 25-stündige Eruptionsphase hat Anak Krakatau Anfang September sichtbar umgebaut. Sentinel-2-Aufnahmen zeigen frische Lavaablagerungen an der West- und Südseite der Insel, während spätere Auswertungen einen Flächenzuwachs von 32,8 Hektar ergeben. Zugleich tauchten zwei kleine neue Landformen in der Umgebung des Vulkans auf.
Bandung (Indonesien). Anak Krakatau ist ein Vulkan, dessen Gestalt sich in wenigen Tagen deutlich verändern kann. Die Insel liegt in der Sundastraße zwischen Java und Sumatra und wächst immer wieder durch Lava und andere Auswurfprodukte. Im September 2026 hat eine besonders lange Eruptionsphase die Küstenlinie erneut verschoben.
Die Bilder des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus machen den Umbau direkt sichtbar. Zwei Sentinel-2-Aufnahmen vom 8. August und 20. September zeigen vor und nach der Eruption ausgedehnte dunkle Ablagerungen im Süden und Westen. Copernicus beziffert den dadurch neu hinzugekommenen Landanteil im Bildvergleich auf rund 0,2 Quadratkilometer.
Die entscheidende Phase begann am 4. September um 23.07 Uhr Ortszeit und endete am 6. September um 00.04 Uhr. Nach Angaben des Pusat Vulkanologi dan Mitigasi Bencana Geologi (PVMBG), des indonesischen Zentrums für Vulkanologie und geologische Gefahrenminderung, dauerte die kontinuierliche Eruption damit rund 25 Stunden. Lava strömte vom aktiven Schlot nach Nordwesten, Westen und Südwesten, gleichzeitig wurde Asche weit verbreitet.
Schon zuvor hatte sich der Vulkan deutlich unruhiger gezeigt. Seit 2. Juli galt Level III (Siaga), nachdem Vulkanbeben und Deformationen zugenommen hatten. Bis 3. September registrierten die Behörden 224 Eruptionen. Nach der langen Dauereruption folgten weitere strombolianische Explosionen, die Aktivität nahm danach jedoch insgesamt ab.
„Nach einer umfassenden Analyse und Bewertung wurde die Aktivitätsstufe von Anak Krakatau von Level III (Siaga) auf Level II (Waspada) gesenkt“, erklärt Lana Saria von der Badan Geologi.
Die Abstufung gilt seit 21. September um 18.30 Uhr Ortszeit. Die Badan Geologi setzte den Sperrradius auf zwei Kilometer um das Aktivitätszentrum fest. Der jüngste Smithsonian-USGS-Wochenbericht für den Zeitraum bis 30. September führt Anak Krakatau weiterhin auf Alarmstufe 2.
Wie groß der Umbau ausfällt, hängt vom Auswertezeitpunkt ab. Copernicus nennt für den Vergleich seiner Aufnahmen einen Zuwachs von ungefähr 0,2 Quadratkilometern. Eine spätere PVMBG-Auswertung, die auch in den Wochenberichten des Smithsonian Global Volcanism Program dokumentiert ist, kommt auf 32,8 Hektar zusätzlichen Landes und eine Gesamtfläche der Insel von 341,5 Hektar.
Diese Werte zeigen, wie schnell sich ein junger Vulkan durch effusive Eruptionen verändern kann. Lava erreicht das Meer, erkaltet und bildet neue Küstenabschnitte. Zusätzlich lagert sich pyroklastisches Material ab, also ausgeworfenes Gestein und Asche, das die bestehenden Flanken weiter aufschüttet.
Nach der Eruption wurden außerdem zwei kleine, inselartige Landformen in der Umgebung von Anak Krakatau beobachtet. Sie waren am 22. September zunächst von Menschen auf See gemeldet worden und ließen sich anschließend auch in Sentinel-Daten erkennen. Eine lag rund 760 Meter von der nordwestlichen Küste entfernt, die andere etwa 495 Meter von der Insel.