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Warum immer mehr junge Menschen einen Job in der Pflege wollen
Immer mehr junge Menschen entscheiden sich für eine Ausbildung im Gesundheitswesen: Kliniken melden Bewerberrekorde, Pflegeschulen haben Wartelisten. Gleichzeitig bleibt der Fachkräftemangel groß.
Der Operationssaal ist grell ausgeleuchtet, es riecht nach Desinfektionsmittel. Im blauen Kittel und mit OP-Maske steht Lilly Sand an ihrem Arbeitsplatz. Heute übt sie, wie ein OP-Saal steril für eine Operation vorbereitet wird.
Lilly Sand macht eine Ausbildung zur Operationstechnischen Assistentin am Klinikum in Ludwigshafen. Zu ihren Aufgaben gehört es, bei Operationen zu helfen und etwa medizinische Instrumente zu pflegen. Nach einem Praktikum war für sie klar, dass sie im Operationssaal arbeiten möchte. Auch, weil der Beruf im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz als sicher gilt. "Sicherheit spielt bei jedem eine Rolle. Vor allem bei uns jungen Menschen", sagt sie.
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Diese Entwicklung beobachtet auch Benny Neukamm, Gesamtschulleiter der Ausbildungen am Klinikum Ludwigshafen. Dort wird Pflegepersonal für verschiedene Kliniken ausgebildet. Während in der Corona-Zeit die Zahl der Bewerbungen zurückging, stellt er nun fest, dass die Ausbildung wieder deutlich an Attraktivität gewinnt.
In diesem Jahr verzeichnete die Schule einen Bewerberrekord: Auf 200 freie Plätze kamen rund 4.200 Bewerbungen. "Wir stellen seit zwei Jahren fest, dass die Bewerbungen bei uns stetig ansteigen", sagt Neumann. "Wir haben mittlerweile wieder Wartelisten für die Ausbildungsplätze."
Ein zentraler SPD-Vorschlag soll dort laut Gesundheitsminister Linnemann aber kein Thema sein.
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Das Klinikum in Ludwigshafen ist kein Einzelfall. Das zeigen bundesweite Zahlen. Vor allem in der Pflege steigen die Ausbildungszahlen seit einigen Jahren: 2025 haben laut Statistischem Bundesamt etwa 64.300 Menschen eine Pflegeausbildung begonnen, acht Prozent mehr als im Vorjahr.
Viele Ausbildungsberufe im Gesundheitswesen stellen sich damit gegen den allgemeinen Trend: "Insgesamt hat die duale Berufsausbildung in den letzten Jahren abgenommen. Die wirtschaftliche Krise schlägt hier durch. Aber nicht in den Gesundheitsberufen", erklärt Hubert Ertl, Forschungsdirektor des Bundesinstituts für Berufsbildung in Bonn.
Von einem Bewerberboom im Gesundheitswesen möchte er trotzdem nicht sprechen: "Nicht alle Zahlen gehen in dieselbe Richtung. Aber in einigen der wichtigen und großen Bereiche haben wir deutlich steigende Zahlen." Zum Beispiel in der Pflege oder bei der Ausbildung zu medizinischen Fachangestellten.