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ESA testet Galileo-Schutz gegen GNSS-Spoofing erstmals unter Realbedingungen
Die ESA bestimmt erstmals unter realen Bedingungen eine Position mit Galileos künftigem Signal Authentication Service, der gefälschte Satellitensignale erkennt.
Die europäische Weltraumagentur ESA hat erstmals unter realen Bedingungen eine Position mit dem künftigen Signal Authentication Service (SAS) des Navigationssystems Galileo bestimmt. Mit der Technik soll gefälschten Signalen Einhalt geboten werden. Fünf operative Galileo-Satelliten sendeten am 16. September zwei Stunden lang ein neues verschlüsseltes Testsignal. Empfänger beim Jammertest auf der norwegischen Insel Andøya und im ESA-Navigationslabor am ESTEC in den Niederlanden konnten damit ihren Standort ermitteln.
SAS beruht auf verschlüsselten Ranging-Signalen, also auf der Laufzeitmessung zwischen Satellit und Empfänger. Ergänzt wird es durch Open Service Navigation Message Authentication (OSNMA), das seit Juli 2025 im Einsatz ist und die Herkunft der Navigationsnachricht bestätigt. Zusammen sollen beide Verfahren verschiedene Arten von Spoofing-Angriffen erkennbar machen. Beide Dienste sollen nach ESA-Angaben kostenlos und weltweit nutzbar sein.
Spoofing, also das Aussenden gefälschter Signale, und Jamming, das bewusste Stören von Satellitensignalen, sind in den vergangenen Jahren zu einem ernsten Problem geworden. Durch eine wachsende Zahl von Konflikten weltweit sind Hauptrouten der Luft- und Schifffahrt betroffen. Dies führt zu Einschränkungen, neuen Risiken und Mehraufwand für die Besatzungen. Besonders im Ostseeraum und im Nahen Osten kommt es seit Jahren zu erheblichen Beeinträchtigungen. Eine Studie vom Dezember 2025 zeigt etwa, dass die GPS-Störungen in der Ostsee zunehmend komplexer und stärker werden.
Bis zum Regelbetrieb ist es allerdings noch ein Stück: Im kommenden Jahr validiert und akkreditiert die EU-Raumfahrtagentur EUSPA gemeinsam mit EU-Kommission, ESA und Industrie zunächst SAS. Erst danach kann der Regelbetrieb beginnen. Unklar bleibt vorerst auch, welche Empfänger beim jetzigen Test funktionierten und wann Chipsätze für Smartphones SAS unterstützen.
Der Jammertest findet jedes Jahr im September in Bleik statt. Beim Jammertest 2025 nahmen 360 Experten aus über 20 Ländern teil. Norwegische Behörden senden dort Hunderte Jamming- und Spoofing-Szenarien, damit Hersteller und Institutionen ihre Technik prüfen können. Neben SAS testete die ESA dort unter anderem die Signale der beiden Celeste-Demonstrationssatelliten für Navigation aus dem niedrigen Erdorbit. Laut vorläufigen Ergebnissen wurden sie von Empfängern am Boden auch unter gestörten Bedingungen aufgenommen. Zudem testete sie überarbeitete Prototypen von EGNOS-Monitoring-Stationen aus dem Programm Horizon Europe.
Neben Jamming und Spoofing wird auch Meaconing simuliert: Dabei werden echte Satellitensignale aufgezeichnet und zeitversetzt oder an einem anderen Ort erneut ausgestrahlt. Dies führt zu falschen Zeit- und Ortsangaben.
Viele Alltagsgeräte sind auf Satellitensignale angewiesen: Navigationssysteme und Smartphones, aber auch Smartwatches und Sport-Apps. Gefälschte Signale können dazu führen, dass die Position plötzlich aufs Meer springt oder Sportuhren unmögliche Geschwindigkeiten aufzeichnen.
Die ESA wertet jetzt Dutzende Terabyte an Daten aus, die bei dem Großversuch aufgezeichnet wurden. Die Ergebnisse sollen nach und nach in die Navigationsprogramme einfließen. Beim Jammertest herrschen reale Bedingungen, die sich im Labor nur schwer oder gar nicht nachstellen lassen.
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