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America.gov: Digitaler Service oder Überwachung per KI?
Die US-Regierung will Behördengänge in einer einzigen, KI-gestützten Plattform bündeln. Bequem, schnell und angeblich ohne zentrale Datensammlung. Doch wer liest mit, wenn Bürger einem Chatbot ihre Lebenssituation anvertrauen?
Kritik an Behörden und Bürokratie ist ein beliebtes Motiv in den Reden von US-Präsident Donald Trump. Immer größer und dem Bürger gegenüber immer übergriffiger sei die Washingtoner Regierungsbürokratie geworden, so der Regierungschef.
In seiner zweiten Amtszeit hatte Trump den öffentlichen Dienst in den Vereinigten Staaten zunächst durch Massenentlassungen drastisch verkleinert. Dann kritisierte er, der Staat sei für die Menschen nicht mehr ansprechbar. Doch das sei nun vorbei, verspricht Trump - dank einer neuen staatlichen KI-Plattform.
Seit Wochen wird weltweit über Risiken und Beschränkungen von Künstlicher Intelligenz diskutiert.
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America.gov bringe "die gesamte US-Regierung in Ihre Handfläche", sagte Trump bei der Vorstellung der Website vergangene Woche in Washington.
Die Bürger der USA sollten sich nicht länger durch Zehntausende Regierungswebsites, Vorschriften und Formularen kämpfen müssen, sondern eine Anlaufstelle für alle Fragen, Anträge und Dienste der Bundesbehörden nutzen, von der Krankenversicherung bis zur Ratenzahlung von Steuerschulden.
Der Auftrag des Präsidenten an das neue Onlineportal ist technisch nicht eindeutig: Laut der Exekutivanordnung aus dem Weißen Haus soll America.gov nicht nur eine Website sein, kein bloßes Verzeichnis, auch kein eigenständiges zentrales Datensystem - sondern ein KI-Agent, der im Namen des Bürgers mit den Behörden interagiert.
Doch was darf dieser Agent eigenständig tun: Entscheidet er gleich selbst, wer Sozialhilfe bekommt oder wer einen Zuschuss für Medikamente?
Zuletzt plädierten selbst KI-Firmen, die Entwicklung der Technologie zu drosseln. US-Präsident Trump sieht das anders.
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Noch ist die Seite nur eine erste Auskunftsstelle. Doch sie solle sich schnell weiterentwickeln und in zweiter Ausbaustufe auch eigenständig Aufgaben wie etwa einen Reisepass-Antrag bearbeiten, sagt KI-Experte Aalok Mehta vom Center for Strategic and International Studies, der schon für Google, OpenAI und die US-Regierung gearbeitet hat.