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Ex-PlayStation-Chef kritisiert Disc-Aus: "Wenn man es nicht besitzt, was kauft man dann?"
Shawn Layden zweifelt an Sonys rein digitaler Zukunft. Der ehemalige Boss der Marke erklärt, warum der Verzicht auf physische Datenträger ein Fehler ist.
Die ewige Debatte um die Discs geht weiter, obwohl Sony die Diskussion mit ihrer Entscheidung bereits beendet hat. Der ehemalige PlayStation-Chef Shawn Layden kritisiert den Umgang mit physischen Datenträgern bei Sony und erklärt, wo er die Probleme an dieser Entscheidung sieht.
Seit 2019 ist Lyden nicht mehr Leiter bei Sony. Im Podcast The Expansion Pass sprach er über Sonys Zukunft und die fragwürdige Entscheidung, Discs in ihrem Ökosystem in Zukunft komplett abzuschaffen.
"Da ich nicht bei den internen Beratungen dabei war, weiß ich nicht, welche Faktoren dabei eine Rolle spielten und was die Kalkulationen ergaben – denn ich bin sicher, dass dieser Entscheidung eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse zugrunde liegt, bei der es darum geht, Kosten zu begrenzen und Gewinne zu maximieren. All das weiß ich nicht", so Layden.
Ein digitaler Download sei leichter. Es hat ja einen Grund, dass Menschen immer mehr auf den Kauf von Discs verzichten. Spieler müssten nicht mehr in den Laden gehen. Sie müssten nicht einmal mehr die Disc aus dem Schrank holen und ins Laufwerk einlegen. Downloads sind unkompliziert. Er schätzt, dass rund 80 Prozent der Spieler ihre Games einfach downloaden. Allerdings seien die restlichen 20 Prozent, sie physischen Sammler, eine extrem treue Fanbasis.
"Ich meine, das ist im Grunde der Kern der treuesten Fans. Oft sind das die Leute, die von jedem Spiel zwei Exemplare kaufen, oder? Das eine wird nie aus der Folie genommen, und das andere spielt man. Das ist genau wie bei Comic-Sammlern: Man kauft immer zwei Exemplare", sagt Layden.
"Wir sind ein neugieriges, sammelwütiges Völkchen und präsentieren unsere Schätze gerne. Deshalb bin ich mit dieser Entscheidung nicht einverstanden."
Zudem sei die Frage nach dem tatsächlichen Besitz der Spiele ziemlich relevant. "Wenn man etwas nicht verkaufen kann, bedeutet das, dass man es nicht besitzt. Und wenn man es nicht besitzt – was kauft man dann eigentlich? Wenn man nur Zugang kauft, klingt das ehrlich gesagt nicht gerade attraktiv." Und ob das für den Ruf der Marke das Beste sei, wagt Layden zu bezweifeln.