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Darknet Diaries Deutsch: Auch Betrüger haben Lieder - Teil 2
Gestohlene Accounts, künstliche Streams und erfundene Künstler: Andrew Batey zeigt, wie organisierte Betrüger Musikplattformen nutzen, um Millionen zu waschen.
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Dies ist der zweite Teil von „Auch Betrüger haben Lieder“. (Wenn Ihr Teil eins noch nicht gehört habt, fangt am besten da an.) Im Englischen Original von Jack Rhysider trägt diese Episode den Namen „Melody Fraud“.
Die deutsche Produktion verantworten Isabel Grünewald, Judith Hohmann und Marko Pauli von heise online. Der Podcast erscheint wöchentlich auf allen gängigen Podcast-Plattformen und kann hier abonniert werden.
JACK: Mein Gast heute ist Andrew Batey. Er kennt die Musikindustrie wie kein Zweiter – genauer gesagt, die Abgründe des Musik-Streaming-Markts. Im ersten Teil dieser Geschichte haben wir gehört, wie Streaming-Betrug funktioniert und warum Betrüger die komplexen Abrechnungssysteme von Musikplattformen gezielt ausnutzen. Andrew hat uns erklärt, dass die Jagd nach diesen Betrugsmaschen ganz ähnlich abläuft wie die Erkennung von Cyberangriffen: mit Datenanalyse, Mustererkennung und einem ständigen Wettrüsten zwischen Angreifern und Verteidigern. Genau an dieser Stelle knüpft jetzt der zweite Teil der Geschichte an. Wenn Ihr Teil 1 noch nicht gehört habt, fangt am besten erst damit an. Ich möchte heute ein Licht auf diese zwielichtige, dunkle, hässliche Untergrundseite unseres digitalen Lebens werfen, auf den Betrug und die Manipulation von Algorithmen, den Websites und der Technologie; auf die Leute, die sie missbrauchen, und natürlich auch auf Hacking und Cybersicherheit.
[Zu Andrew] Ich habe viele Reddit-Posts gesehen, in denen Leute fragen: Hey, was ist mit meinem Spotify-Account los? Er zeigt plötzlich an, dass ich einen Haufen dieser Künstler gespielt habe, von denen ich noch nie gehört, geschweige denn sie gespielt habe. Ich verstehe nicht, warum mein Spotify anzeigt, dass ich die gespielt habe, und es empfiehlt all dieses andere Zeug.
ANDREW: Account-Übernahmen machen derzeit einen großen Anteil aus. Du kommst ja aus dem Cyber-Bereich, stell dir den Betrug wie einen riesigen Pfeil vor, der auf dich zurückzeigt. Wenn all deine Bots gleich aussehen, ist es leicht, sie zu erkennen. Wenn sie sich gleich verhalten, ebenso. Wenn sie alle speziell einen Künstler streamen, ist es wie ein riesiger Pfeil zurück zu diesem Künstler. Wenn sie alle von einem Vertrieb streamen, wie einer zurück zum Vertrieb.
Man muss als Betrüger also die Nadel besser im Heuhaufen verstecken, und der einfachste Weg, das heute zu tun, oder worin wir in den letzten drei Jahren auch viel Forschung und Entwicklung gesteckt haben, um das aufzudecken, sind Account-Übernahmen. Sie im Allgemeinen oder das Hinzufügen von Geräten zu Familienabos. Wir sehen da dann also beispielsweise ein legitimes iOS, einen legitimen Tesla und dann ein betrügerisches Android-Gerät.
JACK: Wow. Okay, was ich nicht verstehe, ist, wie sie die Accounts übernehmen. Du sagst, es ist eines der größten Probleme, die ihr seht. Wie kommen sie an so viele Spotify-Accounts oder Accounts von anderen Streaming-Diensten?