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SCHUFA: Immer mehr Menschen geraten finanziell unter Druck
von Carsten Knobloch
9. Okt. 2026 |
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Die SCHUFA hat ihren aktuellen Risiko- und Kreditkompass veröffentlicht, und die Auswertung zeigt: Die anhaltend hohen Lebenshaltungskosten und die flaue Wirtschaft machen sich in den Geldbörsen bemerkbar. Immer mehr Menschen in Deutschland haben Probleme, ihre Rechnungen oder Ratenkredite pünktlich zu bezahlen. Von einer akuten Verschuldungskrise spricht die SCHUFA zwar noch nicht, die wichtigsten Werte haben sich im Jahresvergleich aber verschlechtert.
Der Anteil der Menschen mit gemeldeten Zahlungsproblemen kletterte im Jahr 2025 auf 8,1 Prozent (nach 7,9 Prozent im Vorjahr). Vor allem ein Detail sticht hervor: Die Zahl der Personen, die zum allerersten Mal eine Rechnung oder Rate nicht begleichen konnten, lag rund 12 Prozent über dem Vorjahreswert. Dieser Wert steigt bereits seit Mitte 2021 kontinuierlich an.
Passend dazu gab es einen neuen Höchststand bei den sogenannten Pfändungsschutzkonten. Solche Konten sichern das Geld für den grundlegenden Lebensunterhalt, falls Gläubiger das Konto pfänden wollen. Rund 2,82 Millionen Menschen (etwa 4 Prozent aller Erwachsenen hierzulande) nutzten 2025 ein solches Konto. Heftige Zahl, finde ich. Auch die Zahl der Privatinsolvenzen legte um 8,3 Prozent auf rund 88.000 Fälle zu. Aber: In früheren Jahren zwischen 2006 und 2012 gab es mit teils über 100.000 Anträgen pro Jahr allerdings noch deutlich höhere Zahlen.
Verändert hat sich auch das Verhalten beim Einkaufen und Geldausgeben. Sehr kleine Kredite unter 1.000 Euro legen deutlich zu: 7,5 Millionen neue Verträge wurden 2025 abgeschlossen, ein Plus von 11 Prozent. Das liegt vor allem an den beliebten Bezahloptionen im Online-Handel, bei denen man Einkäufe erst später oder in kleinen Monatsraten bezahlt. Kredite über 1.000 Euro gingen dagegen leicht um 2 Prozent zurück. Auffällig ist zudem, dass sich Ratenkredite auf immer weniger Menschen verteilen, diese Personen dafür aber immer öfter drei oder mehr Kredite gleichzeitig am Laufen haben.
Die höchste Quote an Menschen mit Zahlungsproblemen gab es in Bremen (11,2 Prozent), Berlin (10,1 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (9,9 Prozent). Am verlässlichsten wurden Rechnungen in Bayern (6,0 Prozent) und Baden-Württemberg (6,6 Prozent) bezahlt, hätte ich auch irgendwie blind drauf getippt. Allerdings stiegen die Probleme auch im Süden an, was die SCHUFA unter anderem auf den Stellenabbau in der Autobranche und bei Zulieferern zurückführt.
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