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Im Test vor 15 Jahren: Das Xperia Ray war mit 100 Gramm und 3,3 Zoll ein Winzling
Vor 15 Jahren waren Smartphones noch weit von einem einheitlichen Format entfernt. Das Sony Ericsson Xperia Ray setzte bewusst auf Kompaktheit: Im ComputerBase-Test vom 8. Oktober 2011 überzeugte es mit guter Verarbeitung, langer Laufzeit und einem damals sehr scharfen 3,3-Zoll-Display.
Das Xperia Ray maß lediglich 111 × 53 × 9,4 mm und brachte 100 Gramm auf die Waage. Damit war es selbst für damalige Verhältnisse ein kleines Smartphone. Der kapazitive TFT-Bildschirm löste mit 854 × 480 Pixeln auf 3,3 Zoll auf. Wir bescheinigten dem Panel eine sehr scharfe Darstellung. Bei Videos und Texten machte sich die hohe Pixeldichte positiv bemerkbar.
Die geringe Breite hatte allerdings auch Nachteile. Webseiten erforderten mehr Scrollarbeit und die virtuelle QWERTZ-Tastatur wurde im Hochformat schnell eng. Dazu kamen vergleichsweise schwache Blickwinkel und eine bei hoher Helligkeit nicht immer natürliche Farbdarstellung. Unter freiem Himmel blieb der Bildschirminhalt dagegen überraschend gut erkennbar.
Auch bei der Verarbeitung hinterließ das Ray einen guten Eindruck. Sony Ericsson setzte zwar fast vollständig auf Kunststoff, kombinierte diesen aber mit einer gummierten Rückseite und sauber eingepassten Bauteilen. Im Test knarzte nichts, gleichzeitig lag das schmale Gehäuse sicher in der Hand.
Aus heutiger Sicht wirkt die Hardware beinahe absurd knapp bemessen. Im Xperia Ray arbeitete ein Qualcomm-Chip mit einem einzelnen Scorpion-Kern bei 1 GHz, dazu kamen 512 MB Arbeitsspeicher. Vom internen 1-GB-Speicher standen rund 250 MB für den Nutzer zur Verfügung. Immerhin legte Sony Ericsson eine 4-GB-microSDHC-Karte bei und erlaubte Speicherkarten mit bis zu 32 GB.
Als Betriebssystem kam Android 2.3.3 „Gingerbread“ mit Sony Ericssons UX-Oberfläche zum Einsatz. Im Alltag reichte die Leistung dennoch aus: Menüs, Kontakte und Apps liefen überwiegend flüssig. Erst mehrere anspruchsvollere Anwendungen im Hintergrund konnten das Smartphone ausbremsen. Der Android Market, der Vorgänger vom heutigen Play Store, bot damals bereits mehr als 250.000 Apps.
Zur Ausstattung gehörte außerdem eine 8-Megapixel-Kamera mit rückwärtig belichtetem Exmor-R-Sensor. Bei Tageslicht lobten wir Schärfe, Detailgrad und Farbwiedergabe. Bei wenig Licht konnte der Sensor die Erwartungen hingegen nicht erfüllen. Videos nahm das Ray immerhin bereits mit 1.280 × 720 Pixeln auf.
Eine Stärke war der wechselbare Akku mit 1.500 mAh. Im damaligen Alltagstest mit HSPA, YouTube, Surfen, rund 30 SMS und einigen Telefonaten hielt das Xperia Ray ungefähr zwei Tage durch und besaß anschließend noch rund 10 bis 12 Prozent Restladung. Im 720p-Dauertest waren es 6 Stunden und 55 Minuten.
Am Ende überwogen deshalb klar die positiven Eindrücke. Wir lobten insbesondere Verarbeitung, Leistung, Status-LED, UX-Oberfläche und Akkulaufzeit. Kritik gab es für den geringen internen Speicher, die Display-Schwächen und die enge Bildschirmtastatur. Für rund 250 Euro ohne Vertrag war das Gesamtpaket dennoch empfehlenswert.
Wie stark sich Smartphones seitdem verändert haben, zeigt schon ein Blick auf Sonys aktuelles Xperia 1 VIII. Das 2026 vorgestellte Flaggschiff besitzt ein 6,5-Zoll-Display, misst 162 × 74 × 8,3 mm und wiegt 200 Gramm. Gegenüber dem Xperia Ray hat sich die Bildschirmdiagonale damit nahezu verdoppelt, beim Gewicht ist es exakt das Doppelte. Ein Smartphone mit 3,3 Zoll wäre heute kaum noch als Hauptgerät vorstellbar.