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Nerdrock-Festival in Leipzig: Wenn Metal-Festival auf Gaming-Kultur trifft
Vom 18. bis zum 20. September fand in Leipzig das Nexus Nerdrock-Festival statt. Drei Tage lang bot das Event alles, was das Nerd-Herz begehrt, gepaart mit Rock und Metal. Wie gut das junge Festival funktioniert und wo es noch hakt, erfahrt ihr in diesem Bericht.
Nachdem ich im Frühjahr bereits das Plug-and-Play-Festival für Retrogaming und Videospielmusik etwas genauer unter die Lupe genommen habe, hat mich interessiert, welche weiteren Angebote es in Deutschland rund um Nerdkultur und Musik gibt. Also habe ich meine Fühler ausgestreckt und bin so auf das Nerdrock-Festival in Leipzig aufmerksam geworden. Das habe ich schließlich an allen drei Tagen des vorletzten Septemberwochenendes ausgiebig auf mich wirken lassen und möchte euch ein bisschen von meinen Erfahrungen berichten.
Das Nexus Nerdrock-Festival verbindet Rock- und Metal-Musik mit allem, was die Nerdkultur zu bieten hat. Seit 2025 findet das Event im Agra Messepark Leipzig in seiner derzeitigen Form statt und konnte allein im ersten Jahr rund 7.500 Besucher an drei Tagen anlocken. Auch dieses Jahr bot das Festival über 30 Bands, mehrere Special-Guests – darunter Coldmirror – und zahlreiche Aktivitäten auf und abseits der Bühne.
Kathrin „Coldmirror“ Fricke ist eine deutsche Webvideoproduzentin, Moderatorin und Synchronsprecherin, die als echtes Urgestein der deutschen YouTube-Geschichte gilt. Bekannt wurde sie ab 2006 vor allem durch ihre legendären Harry Potter-Neusynchronisationen und schrägen Animationsclips. Heute begeistert sie ein Millionenpublikum unter anderem mit ihrem extrem detailreichen 5-Minuten-Harry-Podcast für das öffentlich-rechtliche Netzwerk funk.
Der Außenbereich des Festivals war im Prinzip in drei Bereiche unterteilt: Wastelander-Lager, Food-Meile und Mittelaltermarkt.
Direkt am Eingang des Festivalgeländes wird man als Erstes vom „Dead Skull District“ begrüßt. Hier haben verschiedene Walking-Acts und Endzeit-Cosplay-Gruppen ihr buntes Lager aufgeschlagen, von dem aus die Acts über das ganze Gelände wuselten, die Besucher unterhielten und für Fotos bereitstanden. Mein Highlight war ein Big Daddy aus Bioshock, ausgestattet mit beweglichem Bohrer sowie Licht- und Soundeffekten. Verfolgt von dichtem Nebel patrouillierte er mit schweren Schritten und lautem Raunen den Außenbereich. Das machte insbesondere in den Abendstunden schwer Eindruck.
Auf der Food-Meile gab es deftiges Essen zu erstaunlich fairen Preisen. Auf anderen Festivals wird deutlich mehr die Hand aufgehalten, und da wurde ich meist nicht halb so satt wie hier. Zudem gab es erstaunlich viele heiß begehrte vegane Optionen. Der Foodtruck von Vleischerei bot beispielsweise vegane Varianten von Gyros im Wrap, Currywurst und Gulasch an und lockte regelmäßig lange Schlangen Kundschaft an. Freut mich, dass das fleischlose Angebot so gut bei den Besuchern ankam. Das heißt jetzt aber nicht, dass die restliche Essensauswahl schlechter ausfiel. Auch die anderen Stände konnten sich sehen lassen. So gab es Pommes, Burger, asiatische Sandwiches und frisch selbstgemachtes Handbrot mit verschiedenen Füllungen.
Die Vleischerei war so beliebt, dass die Wastelander samstags zu späterer Stunde einen Raid auf den Foodtruck starteten und kurzerhand die geheime Zutat für das vegane Fleisch erbeuteten. Zum Glück kam dabei niemand zu Schaden und das kostbare Gut konnte im Austausch gegen ein paar Wraps wieder freigekauft werden.
Der Mittelaltermarkt „Dragonfield“ erstreckte sich von der Mitte bis zum äußeren Ende des Außenbereichs und bot viele kleine Stände mit selbstgemachtem Schmuck, Waffenrepliken, Met und Kleidung, nebst einer kleinen Volcano-Stage für Lesungen und kleinere Musik-Acts und verschiedenen Aktivitäten wie Bogenschießen, Training an mittelalterlichen Waffen und Malerei. Alles war sehr stimmig geschmückt. Ein dekoratives Highlight war ein in einem Hexenkessel badendes Skelett. Die örtlichen Sanitäter versuchten, den armen Kerl am dritten Tag mit Pflastern und Mullbinden zu stabilisieren