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Q8botOne: Mini-Roboterhund kommt ohne ein einziges Kabel aus
Beim Laufroboter Q8botOne werden Servos, Akku und Mikrocontroller ganz ohne Kabel auf einer Platine zusammengesteckt, per Crowdfunding soll er in Serie gehen.
Wer einen Open-Source-Laufroboter nachbaut, muss oft Dutzende Kabel nach knappen Anleitungen verlegen, und jede schlecht verlegte Leitung kann später zum Wackelkontakt werden. Beim Vierbeiner Q8botOne gibt es keine einzige Leitung. Seine acht Servomotoren, der Akku und der Mikrocontroller stecken direkt auf einer zentralen Platine, die zugleich als Rumpf dient. Der 250 Gramm leichte Roboter misst 12 × 7 × 7 Zentimeter, soll joggen und springen können und das Doppelte seines Eigengewichts tragen.
Entwickelt hat ihn Eric Yufeng Wu, der an der UCLA im Robotiklabor RoMeLa geforscht hat und mit seinem Start-up ZeroWire Robotics nun auf Crowd Supply Geld für die Serienfertigung sammelt.
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Auch bei den Gelenken geht Wu einen anderen Weg als die meisten Hobby-Vierbeiner. Statt einfacher PWM-Servos, die nur einen Sollwinkel empfangen, nutzt er DYNAMIXEL-XL330-Aktuatoren von Robotis. Sie hängen an einem gemeinsamen seriellen Bus, melden ihre Position zurück und lassen sich einzeln per PID-Regler abstimmen. Den Takt gibt ein ESP32-C3 vor und gesteuert wird per Gamepad über das Funkprotokoll ESP-NOW von Espressif. Am PC wird der Controller zum USB-Dongle für eine grafische Oberfläche oder eine Python-API. Sensoren lassen sich per Qwiic-Anschluss (I²C) nachrüsten, ein UART-Port liefert bis zu 3 Ampere bei 5 Volt, etwa für einen Raspberry Pi.
Der Q8botOne ist die überarbeitete Serienversion des Q8bot, den Wu 2024 unter der freien MIT-Lizenz auf GitHub veröffentlicht und im Robotiklabor RoMeLa der UCLA weiterentwickelt hat. In einem Paper mit Laborleiter Dennis Hong gibt er an, der Vorgänger laufe mit einer Akkuladung eine Stunde.
Bekannte Mini-Vierbeiner wie Petoi Bittle X oder Hiwonder MechDog kosten laut einer Vergleichstabelle auf der Kampagnenseite fertig rund 400 US-Dollar, legen ihre Hardware aber nur teilweise oder gar nicht offen.
Der Bausatz für 199 US-Dollar enthält Platine, Akkus, Beinteile und Controller, aber keine Servos. Die acht XL330 kosten im US-Shop von Robotis je 23,90 US-Dollar, womit der Bausatz komplett auf etwa 400 US-Dollar kommt. Fertig montiert kostet der Q8botOne 599 US-Dollar. Die offene Hardware ist bisher eher ein Versprechen. Im GitHub-Konto von ZeroWire liegen derzeit nur Firmware und Python-Software. Die auf der Kampagnenseite angekündigten Platinendateien fehlen dort noch.
Als Risiken nennt Wu selbst die Lieferbarkeit der Servos, die Zulassung der Funkelektronik und den Versand der Lithium-Ionen-Akkus. Die Kampagne läuft bis zum 19. November 2026 und hatte am 12. Oktober 3787 von 10.000 US-Dollar eingesammelt. Scheitert sie, zahlen Unterstützer nichts. Der Versand ist weltweit kostenlos, bei der Einfuhr in die EU können aber Zoll und Einfuhrumsatzsteuer anfallen. Ausgeliefert werden soll ab Ende März 2027.
(mch)