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Open Source Summit: München setzt wieder auf Open Source
Chief Digital Officer und Münchner IT-Referentin Laura Dornheim beim Open Source Summit Europe in Prag
Chief Digital Officer und Münchner IT-Referentin Laura Dornheim gab beim Open Source Summit Europe in Prag einen Überblick zum Einsatz von Open Source in München und dem Stand der Dinge nach dem gescheiterten LiMux-Projekt.
Im gut besuchten Auditorium beim Open Source Summit Europe im Kongresszentrum Prag sagte Laura Dornheim, dass München den Einsatz quelloffener Software in der Stadtverwaltung ausbauen und die Abhängigkeit von einzelnen Herstellern verringern will. Dabei setzt die Stadt auf eigene Entwicklungen, den Wechsel zu alternativen Programmen und eine stärkere Zusammenarbeit mit anderen Kommunen. Nach Angaben der IT-Referentin spart München schon durch den Wechsel von VMware jährlich rund eine Million Euro. Der Ersatz von Jira und Confluence soll die Kosten um mehr als eine halbe Million Euro pro Jahr senken.
Dornheim leitet seit September 2022 das IT-Referat der bayerischen Landeshauptstadt und verantwortet als Chief Digital Officer die Digitalisierung der Verwaltung. Sie stellte den Kurs in Prag in ihrer Keynote „Munich after Limux: more open source than ever“ vor und erläuterte wie München den Einsatz freier Software nach dem Ende des Linux-Projekts LiMux vorantreibt. Nach mehreren Betriebssystemwechseln innerhalb eines Jahrzehnts habe die Stadt nach Wegen gesucht, Open Source stärker zu nutzen, ohne erneut einen umfassenden technischen Umbau anzustoßen.
Das Ende von LiMux war politisch motiviert. Quelle: Linux-Magazin
Innerhalb weniger Jahre habe München ein Open Source Program Office (OSPO) etabliert und ein politisches Bekenntnis verankert – das mittlerweile in all unseren Beschaffungsrichtlinien festgeschrieben ist –, wonach Open-Source-Software wann immer möglich die Standardlösung darstellt. „Wann immer möglich“ bedeute: wenn sie nicht teurer ist und keine technischen Gründe dagegen sprechen, etwa weil bestimmte Fachbereiche auf proprietäre Werkzeuge angewiesen sind. Es werde in der Stadt nach wie vor viel proprietäre Software eingesetzt, aber man wolle aktiv Zeichen setzen, um zu verdeutlichen, dass es eine klare Agenda gebe. Zugleich veröffentliche das eigene Entwicklungsteam selbst geschriebene Software und Verbesserungen als Open Source.
Ein Beispiel für die eigene Entwicklung ist für Dornheim ein Werkzeug zur Analyse von Verkehrsdaten. Die Stadt entwickelte es, nachdem eine Marktanalyse gezeigt hatte, dass verfügbare Programme den Bedarf nicht abdeckten. Dornheim nannte die Software ein hervorragendes Beispiel dafür, dass man nicht einfach pauschal auf Open Source gesetzt habe – nach dem Motto „Lasst uns mal irgendwas entwickeln“ –, sondern dass man sich gezielt angesehen habe, welche Bedürfnisse bestehen. Seit 2021 nutzt München die Software, inzwischen greift auch die Stadt Wolfsburg darauf zurück. Dort hilft das Werkzeug bei der Weiterentwicklung des Parkraummanagements. Wolfsburg wollte damit sein „Smart Parking“-System optimieren, erzählte Dornheim und ergänzte: „Für alle, die mit dem politischen Jargon nicht vertraut sind: Das bedeutet, mit Parkplätzen Geld zu verdienen, da dies eine wichtige Einnahmequelle für Kommunen darstellt.“ Dornheim sieht darin ein gelungenes Beispiel für das Potenzial gemeinsamer Lösungen im öffentlichen Sektor. Die Zusammenarbeit zwischen Kommunen müsse dafür jedoch systematischer organisiert werden.
GPT nach Münchner Art, inklusive Aufdeutscher. Quelle: Linux-Magazin
Auch beim Einsatz künstlicher Intelligenz verfolgt München einen eigenen Ansatz. Die Verwaltung erlaubt ihren rund 40.000 Beschäftigten die Nutzung großer Sprachmodelle für dienstliche Aufgaben. „Wir wollten nicht, dass die Leute eigenmächtig irgendwelche Tools nutzen – quasi als „Shadow IT“ –, sondern ihnen ein eigenes, DSGVO-konformes Werkzeug an die Hand geben, auf das sie sich verlassen können und das über ein speziell auf den öffentlichen Dienst zugeschnittenes Frontend verfügt“, sagte Dornh