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Weitere Stufe des PFAS-Verbots in Kraft getreten
Sie stecken in Bekleidung, Cremes oder Fast-Food-Kartons: PFAS. Doch die "Ewigkeitschemikalien" stehen im Verdacht, den Körper zu schädigen. Weitere PFAS-Produkte sind nun in der EU verboten.
Nach dem beherzten Biss in den Hamburger mit der Serviette den Mund abgewischt und mit Zahnseide die Überbleibsel des Rinderhacks aus der Zahnlücke beseitigt: Was unappetitlich klingt, beschreibt noch unangenehmer mehrere Gelegenheiten für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, kurz PFAS, mit dem Körper eins zu werden.
Der Burger brutzelte zuvor in einer mit PFAS-beschichteten Pfanne, landete dann in einem Karton, der mit PFAS imprägniert war, damit ihn Fett und Öl nicht aufweichen. Ähnlich beschaffen ist die Papierserviette. Und auch die Zahnseide wird dank PFAS besonders gleitfähig und reißfest.
Thorsten Reemtsma vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) erforscht, wie sich Chemikalien sowohl in der Umwelt als auch im menschlichen Stoffwechsel abbauen oder umwandeln: "PFAS sind aufgrund ihrer Stoffeigenschaften für verschiedenste Anwendungen sehr attraktive Stoffe. Dies hat dazu geführt, dass sie oft auch dort eingesetzt werden, wo andere Stoffe auch ausreichten, weil es so einfach ist."
Exklusiv
15.05.2026
Für viele Medikamente könnten Hersteller bereits heute auf PFAS verzichten.
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Was in Herstellung und Verwendung Komfort birgt, hat einen Preis: Studien zufolge schädigen bestimmte PFAS die Leber, das Hormon- und Immunsystem und stören den Fettstoffwechsel oder die Wirkung von Impfungen. Darüber hinaus sollen sie die Fruchtbarkeit verringern oder Krebs erzeugen können. Bei zwei Drittel der jungen Bevölkerung Deutschlands sind mindestens drei PFAS gleichzeitig im Blut nachweisbar.
Deshalb laufen auf EU-Ebene mehrere Initiativen gegen PFAS. Seit zwei Monaten sind bestimmte PFAS in Lebensmittelverpackungen oberhalb bestimmter Grenzwerte nicht mehr zulässig. Seit dem 10. Oktober sind weitere in Kleidung und Kosmetik dran: Textilien, Leder, Schuhe, Pelze und Häute in Kleidung, aber auch in kosmetischen Waren wie Gesichtscremes sollen von Verbrauchern ferngehalten werden, sofern sie bestimmte PFAS-Grenzwerte überschreiten.
Das jetzige Verbot betreffe aber nur eine kleine Gruppe der Tausenden Chemikalien aus der PFAS-Familie. "Nämlich die Perfluorhexansäure, PFHxA, ihre Salze und mit ihr verwandte Stoffe", erklärt Kerstin Effers, Diplom-Chemikerin und Referentin für Umwelt und Gesundheitsschutz bei der Verbraucherzentrale NRW. "Diese C6-Stoffgruppe wurde häufig als Ersatz für die C8-PFAS verwendet, ist aber nicht weniger schädlich. Viele andere PFAS dürfen also weiterhin verwendet werden."
Die Deutsche Umweltstudie liefert seit 40 Jahren wichtige Daten zu Schadstoffen.
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