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Interview mit Politologin Römmele: "Bas hat einiges aushalten müssen"
Der Unmut der Union habe sich oft gegen Arbeitsministerin Bas gerichtet, sagt Politikwissenschaftlerin Römmele im Interview. Politikern werde allgemein viel zugemutet. Auf das Reformtempo habe Bas' Rücktritt keine Auswirkung.
tagesschau24: Wie groß ist das Erdbeben für die SPD durch den Weggang der Co-Vorsitzenden Bärbel Bas?
Andrea Römmele: Das ist schon gewaltig, wenn die Co-Vorsitzende und die Arbeitsministerin von Bord geht. Sie hatte ja zwei Funktionen. Es wird in den letzten Tagen sicherlich Gespräche im engsten Kreis gegeben haben. Für den engsten Kreis war es wahrscheinlich keine Überraschung, aber im politischen Berlin hat das heute schon wie eine Bombe eingeschlagen.
tagesschau24: Gestartet ist Bas als Vertreterin des linken Flügels der SPD. Zuletzt setzte sie aber viele Reformprojekte durch, die besonders dem linken Flügel wenig gefallen haben - zum Beispiel beim Thema Frührente. Wer verlässt da die SPD, welche politische Bedeutung hatte Bas?
Römmele: Bärbel Bas hat sich hochgearbeitet aus einfachen Verhältnissen in den Bundestag, war dann Parteivorsitzende und auch Ministerin. Das war ein Aufstieg par excellence. Sie gilt als linkes Urgestein der SPD - und gerade sie hat sich ja auch gegen manche Punkte des Rentenpakets gestemmt. Manches hat sie vielleicht etwas schleppender umgesetzt. Aber sie steht für den linken Flügel der SPD. Und da ist jetzt die Frage, wie hier nachbesetzt wird.
Bas begründete ihre Entscheidung mit persönlichen Gründen und öffentlichen Angriffen.
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tagesschau24: Ihren Abschied verband Bas auch mit einem Fingerzeig in Richtung Koalitionspartner Union. Sie kritisierte, die öffentlichen Angriffe auf sie seien in der Zeit ihrer privaten Trauer weiter forciert worden Wie schätzen Sie das ein als politische Beobachterin? Inwieweit sind die Vorwürfe Richtung Union gerechtfertigt?
Römmele: Insgesamt hat Bärbel Bas einiges aushalten müssen, weil viel Ärgernis vonseiten der Union in Richtung SPD eben auch in Richtung Bärbel Bas ging. Da musste sie sicherlich einiges aushalten. Aber ich glaube, das gilt für die gesamte Politik: Dass sie als Politikerin maximal ausgeleuchtet ist, ständig unter Dauerbeobachtung steht, keinen Rückzugsraum mehr hat, alles zu Tode analysiert wird. Da müssen wir schon in uns gehen und uns fragen: Was muten wir unseren Volksvertretern eigentlich mittlerweile zu? Und zu diesem Nachdenken haben sicherlich auch die Wortwahl oder der Fingerzeig von Bärbel Bas beigetragen.
Ihren Vorwurf, sie sei auch in einer persönlich schweren Zeit aus Unionsreihen attackiert worden, weist die CDU-Spitze zurück.
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tagesschau24: Schauen wir auf die Konsequenzen für die Regierung. Wie groß ist der Schaden für die Koalition nach diesem Rücktritt? Welche Rolle hat Bas eingenommen?