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Ben Affleck nennt Justice League den Tiefpunkt seiner Karriere und rechnet mit Warner Bros. ab
Ben Affleck blickt mit wenig Freude auf Justice League zurück und erhebt schwere Vorwürfe gegen Warner Bros. wegen des Umgangs mit Zack Snyder.
Ben Affleck blickt nicht gerade gerne auf Justice League zurück. Vor allem Zack Snyders Ablösung und die anschließenden Nachdrehs haben bei ihm Spuren hinterlassen. Rückblickend bezeichnet der Schauspieler diese Phase sogar als den „Tiefpunkt“ seiner Karriere.
Im Podcast Happy Sad Confused sprach Affleck mit Moderator Josh Horowitz über seinen ursprünglich geplanten eigenen Batman-Film und kam dabei auch auf die turbulente Entstehung von Justice League zu sprechen. Besonders scharf kritisiert er Warner Bros. für den Umgang mit Regisseur Zack Snyder.
Snyder verließ Justice League während der Postproduktion, nachdem seine 20-jährige Tochter Autumn durch Suizid gestorben war. Joss Whedon übernahm anschließend und drehte große Teile des Films neu. Snyder erklärte erst kürzlich, dass allein die Nachdrehs auf rund 60 neuen Drehbuchseiten basierten.
Affleck sieht die damaligen Ereignisse heute ausgesprochen kritisch. Der Tod eines Menschen stelle alles andere in den Schatten. Umso schlimmer sei es gewesen, dass diese persönliche Tragödie seiner Ansicht nach als Vorwand genutzt wurde, um Snyder aus dem Projekt zu drängen. Den damaligen Umgang mit dem Regisseur bezeichnet Affleck als eines der widerlichsten Dinge, die er in seiner Karriere erlebt habe.
Damit spricht Affleck einen Konflikt an, der Justice League schon während der Produktion begleitete. Snyder und Warner Bros. hatten unterschiedliche Vorstellungen davon, wie der Film aussehen sollte. Nach dem enttäuschenden Abschneiden von Batman v Superman: Dawn of Justice wollte das Studio einen leichteren und humorvolleren Kurs einschlagen. Mit Whedons Einstieg wurde Justice League schließlich noch einmal umfangreich umgebaut.
Für Affleck war das Ergebnis offenbar eine Lektion der unangenehmeren Sorte. Justice League habe ihm vor allem gezeigt, wie man einen solchen Film nicht produzieren sollte. Wenn Studio und Regisseur gegeneinander arbeiten, statt gemeinsam denselben Film machen zu wollen, könne daraus kaum etwas Gutes entstehen. Genau dieser Konflikt habe das Projekt letztlich zum Scheitern gebracht.
Hinzu kamen Berichte über die Atmosphäre während der Nachdrehs. Cyborg-Darsteller Ray Fisher warf Whedon später unter anderem grob unangemessenes und unprofessionelles Verhalten vor. Gal Gadot erklärte ebenfalls, Whedon habe ihr mit negativen Folgen für ihre Karriere gedroht. Whedon wies Teile der Vorwürfe zurück.
Affleck betont, vieles davon selbst nicht unmittelbar mitbekommen zu haben. Was er später von den Erfahrungen seiner Kollegen erfahren habe, habe seinen Eindruck von der Produktion allerdings nicht gerade verbessert.
Interessant ist dabei, dass Affleck mit seiner eigentlichen Rolle deutlich weniger hadert. Er habe Batman gerne gespielt, insbesondere diese ältere und gebrochene Version der Figur, die stark von Frank Millers The Dark Knight Returns beeinflusst war.